EU-Kommission: Grünbuch zur Galileo-Satellitennavigation vorgelegt

Brüssel/Belgien. Die EU-Kommission hat heute ein Grünbuch zu künftigen Anwendungen der Galileo-Satellitennavigation vorgelegt. Damit bekommen alle Interessenten vier Monate die Gelegenheit, sich zur Entwicklung der neuen Generation von weltweiten EU-Kosmosdiensten zu äußern. Dazu gehören auch die LKW-Flottennavigation sowie Telematikdienste für die Verkehrssicherheit und Lenkung von Verkehrsströmen. Mit dem Dokument zur Konsultation der Öffentlichkeit soll der Rahmen für hochpräzise EU-Dienstleistungen aus dem Orbit abgesteckt werden.

Zugleich sucht die Kommission nach neuen Wegen zur Nutzung des Galileo-Systems. Es soll laut Grünbuch für Ortungs- und Navigationsdienste ab 2011 betriebsbereit sein, was ursprünglich schon für 2008 vorgesehen war. Die Themenpalette des Dokuments reicht von sensiblen Fragen wie Datenschutz bis zu rechtlichen Bedingungen. Im September 2007 will die Kommission die Ergebnisse der Debatte zusammenfassen und auf ihrer Grundlage einen Aktionsplan erstellen. Praktische Maßnahmen will sie 2008 vorschlagen. Bislang befindet sich in der Umlaufbahn lediglich ein Versuchssatellit, dem 2007 ein zweiter folgen soll.

Nach Ansicht der EU-Behörde ist die gemeinsam mit der Europäischen Weltraumorganisation (ESA) entwickelte Galileo-Technik „fortschrittlicher, effizienter und verlässlicher als das bestehende US-System GPS (Global Positioning System)“. Schätzungsweise werde „das Satellitennavigationsgeschäft, an dem Galileo erheblichen Anteil haben wird, 2025 insgesamt 400 Milliarden Euro wert sein“. Galileo, so die Kommission, sei „für zivile Anwendungen ausgelegt und wird von den EU-Organen, die Eigentümer des Systems sind, verwaltet und kontrolliert“. Deshalb biete es „die Gewähr für Qualität und Kontinuität“. Mit dem militärisch verwalteten GPS sei es kombinierbar. (dw)

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