09.06.2009 |

Senkung des Schwefelgehalts in Schiffstreibstoffen umstritten

Rostock. Die Absenkung des erlaubten Schwefelgehaltes bei Schiffstreibstoffen auf unter 0,1 Prozent ab 2015 könnte für die Ostseeverkehre erhebliche Verlagerungen von Seetransporten auf die Straße zur Folge haben. John Steen-Mikkelsen, Director Operations Division bei der Fährreederei Scandlines geht davon aus, dass bis zu 30 Prozent der Transporte auf die Straße verlagert werden könnten. „Die Entscheidung der IMO, den Schwefelgehalt so weit zu senken bedeutet eine schwere Bürde für Short-Sea-Shipping-Transporte in der Ostsee“, sagte Steen-Mikkelsen bei der International Conference on Maritime Innovation in Rostock, zu der das Baltic Sea Forum eingeladen hatte.

Eine internationale Vereinbarung der International Maritime Organisation (IMO) sieht vor, dass in besonders schutzbedürftigen Zonen wie dem Ostseeraum der Schwefelgehalt in Schiffstreibstoffen bis 2015 stufenweise auf unter 0,1 Prozent gesenkt werden müsse. Um dies zu erreichen, könnten beispielsweise Reeder im Ostseeraum ihre Schiffe nicht mehr mit Heizöl betreiben sondern müssten auf sehr viel teurere schwefelarme Destillate umstellen. Dies würde die Treibstoffkosten laut Scandlines verdoppeln – mit entsprechenden Auswirkungen auf die Frachtpreise, mahnte Steen-Mikkelsen.

Alle Hoffnungen der Industrie liegen nun auf Intervention der EU um die Grenzwerte bis 2015 doch noch zu revidieren. „Wir sollten dazu kommen, dass die EU mit einer gemeinsamen Stimme spricht“, forderte Klaus Heitmann, Hauptgeschäftsführer Zentralverbandes der Deutschen Seehafenbetriebe (ZDS). Derzeit sind die Länder uneins über die Position der EU. (diwi)

 
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