09.11.2009 |

Seehafen Rostock wirbt in USA und Osteuropa

Rostock. Vertreter des Rostocker Hafens sind in dieser Woche auf US-Werbetour. In Seattle, Los Angeles und Miami soll Kreuzfahrtreedereien die aktuelle Entwicklung des Kreuzfahrtgeschäfts in Rostock vorgestellt werden. „Vor dem Hintergrund eines verschärften Wettbewerbs auch mit Kiel und Hamburg geht es in den USA darum, den Markt zu pflegen“, sagte Hafen-Geschäftsführer Ulrich Bauermeister am Montag der dpa. In diesen beiden Hafenstädten ist die Infrastruktur für die Kreuzschifffahrt mit Millionenaufwand ausgebaut worden. In den USA stünden auch infrastrukturelle Fragen wie die Passagierabfertigung oder die Abwasserbeseitigung am Warnemünder Kreuzfahrt-Terminal auf der Tagesordnung. 2009 gab es in Warnemünde 114 Anläufe von 30 Kreuzfahrtschiffen, 2010 wird ein ähnliches Geschäft erwartet.

Das Jahr 2009 wird der Rostocker Seehafen laut Bauermeister mit einem Umschlagminus von rund 20 Prozent gegenüber 2008 beenden. Im gesamten vorigen Jahr waren noch 27,2 Millionen Tonnen Fracht über die Kaikanten gegangen, so viel wie nie zuvor. Bereits im ersten Halbjahr waren 22 Prozent weniger als im gleichen Zeitraum 2008 umgeschlagen worden. Für 2010 rechnet der Hafenchef wieder mit „verhalten steigenden Umschlagzahlen“.

Nicht nur in der Kreuzfahrtsparte rührt der Seehafen Rostock im Ausland verstärkt die Werbetrommel. Kürzlich traf eine Hafen-Delegation in Budapest mit der Logistik- und Speditionsbranche Ungarns zusammen. „Es wird höchste Zeit, sich auf dem südosteuropäischen Markt stärker zu engagieren“, sagte Bauermeister. Volkswirtschaften wie die in Tschechien, Ungarn und der Slowakei hätten in den zurückliegenden Jahren viel Potenzial entwickelt. Es gebe dort sehr leistungsfähige und exportorientierte Unternehmen.

Für Güterverkehre nach Nordeuropa wolle sich Rostock als möglicher Hafen ins Gespräch bringen. Neben moderner Infrastruktur könne er vor allem mit einer sehr günstigen Entfernung zwischen Südosteuropa und der Ostsee punkten. Zudem sei Rostock in Ungarn und anderen Ländern der Region kein Niemandsland. Es existierten traditionelle Bindungen aus Vorwendezeiten, unterstrich Bauermeister. (dpa)

 
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