Schweiz setzt auf die Alpentransitbörse

14.05.2009 15:51 Uhr
Toni Eder
Toni Eder, Vizedirektor Bundesamt für Verkehr in der Schweiz
© Foto: Rauser

Auf dem Europaforum der Deutschen Verkehrswissenschaftlichen Gesellschaft (DVWG) diskutierten die Teilnehmer über die intermodale Logistik im Alpentransit

München. Die Schweiz denkt über die Einführung einer Alpentransitbörse nach. Dies machte Toni Eder, Vizedirektor des schweizerischen Bundesamtes für Verkehr, auf dem 2. Europaforum der Deutschen Verkehrswissenschaftlichen Gesellschaft (DVWG) auf der Transport Logistic in München deutlich. „Die bisher bekannten Instrumente reichen nicht aus, um unsere gesteckten Verlagerungsziele vom LKW auf die Schiene zu erreichen“, erklärte Eder. Der erste Schritt sei die Festlegung einer Obergrenze an LKW-Fahrten, anschließend könnten die Durchfahrtsrechte – zum Beispiel im Rahmen einer Versteigerung – zugeteilt werden. Anschließend sollten die Rechte wie etwa beim europäischen Emissionshandel frei gehandelt werden. Die genauen Details der Umsetzung seien jedoch noch unklar – hier setze man auf „eine enge Abstimmung mit den Nachbarländern“, so Eder. Erst jedoch müssten praktikable Lösungen für kleinere Marktteilnehmer gefunden und Mechanismen geschaffen werden, die Spekulationen an der neu zu schaffenden Börse für Durchfahrtsrechte verhinderten. Die erforderlichen Kapazitäten auf der Schiene sind hingegen nach Angaben Eders „kein Problem“. Auf dem Europaforum wurde auch über den aktuellen Stand der Dinge in Sachen Gotthardtunnel diskutiert. Renzi Simoni, CEO der Alptransit Gotthard AG und damit Bauherr des Projekts, berichtete: „Zum ersten Mai waren 131 Kilometer Stollensystem von insgesamt 153,5 Kilometern ausgebrochen – damit liegen wir bei rund 85 Prozent.“ In rund anderthalb Jahren sei eine wichtige Zwischenetappe erreicht: „Dann haben wir endlich alles ausgesprengt.“ Weiterhin geht Simoni davon aus, dass man bei den Kosten für die Gotthard-Achse (Gotthard- und Ceneri-Basistunnel) mit den eingestellten 8,771 Milliarden Euro auskomme. „Wir sollten das Ziel erreichen“, prognostiziert Simoni vorsichtig. Allerdings sei diese Prognose weiterhin mit Risiken behaftet. Der Haupttunnel soll im Dezember 2017 den Betrieb aufnehmen, der Ceneri-Basistunnel Ende 2019. (tr)

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