Düstere Zeiten für die Hamburger Traditionswerft Blohm & Voss
Luft- & Seefracht
Schiffbaustandort Hamburg: Gerüchte über Verkauf der Großwerft Blohm + Voss
Hamburg. Weitere Hiobsbotschaft für den Logistik-, Hafen- und Schifffahrts-Standort Hamburg. Die Traditionswerft Blohm & Voss (B + V) steht angeblich zum Verkauf, berichtet heute das „Hamburger Abendblatt“ und beruft sich dabei auf eine Stellungnahme der B + V-Betriebsräte. „Wir wissen, dass mit einem Investor verhandelt wird“, bestätigte Herbert Oetting, Betriebsratsvorsitzender, auf VerkehrsRundschau-Anfrage. Weitere Details seien derzeit allerdings nicht bekannt, so Oetting. Der Hamburger Radio-Sender „NDR 90,3“ berichtet hingegen von möglichen Investoren aus der arabischen Welt.
In der gemeinsamen Erklärung der drei B + V-Betriebsräte, die auch der VerkehrsRundschau vorliegt, fordern diese vom Thyssen Kurpp-Konzern, dass der Werftenverbund mit seinen zivilen und militärischen Aktivitäten erhalten und erneuert wird. Oetting bestätigte der VerkehrsRundschau, dass „dringend neue Investitionen in Hamburg erforderlich wären“. Die drei Betriebsräte fordern den Konzern zudem dazu auf, dass sowohl die Arbeitnehmervertretung als auch die Gewerkschaft IG Metall in mögliche Verhandlungen über einen Verkauf von B + V oder Teilen davon einbezogen werden.
Der Mutterkonzern Thyssen-Krupp, der seine Schiffbauaktivitäten unter dem Dach der ThyssenKrupp Marine Systems (TKMS) zusammengeführt hat, sucht seit einigen Monaten nach einem neuen Kurs für seine Werftensparte, die neben Hamburg auch in Emden und Kiel mit eigenen Unternehmensteilen präsent ist.
In den drei eigenständigen Geschäftsbereichen auf dem weitläufigen B + V-Firmengelände auf Steinwerder sind derzeit 1700 Mitarbeiter tätig. Während die Bereiche Reparatur und Maschinenbau weiterhin ausgelastet sind „und keine Kurzarbeit“ haben, gestaltet sich die Situation im Bereich Schiffbau (B + V Shipyards) schwierig. Oetting: „Wir haben hier bereits für einige Mitarbeiter Kurzarbeit beantragen müssen.“
Die Werft B + V steht wie kein anderes Unternehmen in Hamburg für eine lange und erfolgreiche Schiffbautradition an der Elbe. Der Betrieb wurde 1877 gegründet. 2005 wurde die Traditionswerft in den Werftenverbund TKMS eingegliedert. (eha)






