05.07.2010 | Transport + Logistik

SBB Cargo und Hupac rücken zusammen

SBB Cargo

Basel. SBB Cargo und der Kombi-Operateur Hupac gründen gemeinsam eine eigenständige, neutrale Gesellschaft für den alpenquerenden Transitverkehr zwischen Deutschland und Italien. Ziel sei es das neue Unternehmen zum Kostenführer auf der Nord-Süd-Achse zu machen, gaben beide Unternehmen heute bekannt.

Geplant sei das Anfang 2011 SBB Cargo und Hupac ein neues Eisenbahnverkehrsunternehmen gründen, das sich auf das Fahren von Ganzzügen und Zügen des Kombinierten Verkehrs (KV) auf der europäischen Nord-Süd Achse zwischen Deutschland und Italien fokussiert. Aktionäre der Gesellschaft sind SBB Cargo (75%) und Hupac (25%). Die Beteiligung weiterer Partner sei möglich, hieß es in einer Presseerklärung.

Ziel sei es, gemeinsam ein starkes, marktnahes und neutrales Traktionsunternehmen aufzubauen und zu entwickeln. Mit einer auf ausgewählte Relationen bezogenen Optimierung der Ressourcen und der Halbierung der Strukturkosten soll die Kostenführerschaft im KV-Segment erreicht werden.

Als Kunden der neuen Gesellschaft hat SBB Cargo International primär Operateure des Kombinierten Verkehrs im Visier, die vom geplanten Gesamtumsatz von 300 Millionen Schweizer Franken (225 Millionen Euro) rund 80 Prozent ausmachen sollen. Auch wenn Hupac der größte Einzelkunde sein wird, sei das Angebot klar auf weitere Großkunden ausgerichtet. Neben Operateuren sind dies Bahnspeditionen, andere Bahnen und einzelne Großverlader. „Entscheidend ist, dass wir als unabhängiges und neutrales Bahnunternehmen die Traktionsleistungen zwischen Deutschland und Italien am Markt anbieten. Dies liegt im Interesse beider Aktionäre" erklärte Nicolas Perrin, Chef von SBB Cargo.

Die intensive Wettbewerbssituation auf der Nord-Süd-Achse führe zu einem starken Druck auf die Preise und zu geringen Margen für die Traktionäre. „Die jetzt beschlossene Weiterentwicklung ermöglicht es, auch in Zukunft als Schweizer Unternehmen auf der zentralen europäischen Güterachse tätig zu bleiben", sagte Hans-Jörg Bertschi, Verwaltungsratspräsident der Hupac. „Nur so haben wir Chancen, dem Druck ausländischer Bahnen aktiv eine eigene Lösung entgegen zu setzen", bekräftigte Bertschi.

Das neue Unternehmen wird von Beginn an eigenes Lokpersonal in Deutschland und Italien haben, hieß es. In der Schweiz werde Lokpersonal vorerst von SBB Cargo angemietet. Durch die Ausgliederung des internationalen Verkehrs in die neue Gesellschaft erfolge im Gegenzug bei SBB Cargo in den nächsten zwei Jahren ein Abbau von 157 Stellen. Der Stellenabbau werde sozialverträglich gestaltet, versicherte das Unternehmen. (sb) 

 
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