19.04.2010 |

SBB Cargo meldet Umsatzminus

Bern. SBB Cargo schloss das Berichtsjahr 2009 insgesamt mit einem Verlust von 62,5 Millionen Schweizer Franken (CHF) (43,5 Millionen Euro) ab. Im Vorjahr hatte das Defizit der 29,9 Millionen CHF betragen. Das Unternehmen verzeichnete 2009 im internationalen Geschäft einen Rückgang der Transporterlöse um 15 Prozent. Im inländischen Wagenladungsverkehr gingen die Transporterlöse um neun Prozent zurück. Das teilte die Schweizerische Bundesbahn (SBB) in einer Presseerklärung zur Jahresbilanz mit. Der Verkehrsertrag sank als Folge der Wirtschaftskrise um 12,3 Prozent auf 915,6 Millionen CHF. 2008 waren es 1,044 Milliarden CHF. Die Verkehrsleistung von SBB Cargo reduzierte sich um sieben Prozent auf 11,674 Milliarden Nettotonnenkilometer.

Der Rückgang sei eine Folge der konjunkturbedingten Einbrüche in zahlreichen Branchen, für die SBB Cargo tätig ist. "Die Stahl- und Metallbranchen gehörten zu den wichtigsten Kundensegmenten von SBB Cargo. In diesen Branchen brach der Umsatz infolge der Krise um die Hälfte ein", sagte Andreas Meyer, Vorstandschef der SBB. Im Kombinierten Verkehr sei der Transport von Containern und Wechselbehältern um 14 Prozent zurückgegangen. Stark betroffen waren zudem die Branchen Holz und Papier sowie der Kooperationsverkehr, also die gemeinsam mit Nachbarbahnen geführten grenzüberschreitenden Transporte.

Insgesamt erwirtschaftete das Unternehmen 2009 ein Konzernergebnis von 369,8 Millionen Franken. Im Vorjahr hatte der Gewinn 345 Millionen CHF betragen. Das Jahresergebnis sei im Wesentlichen auf eine gute Vorbereitung auf das wirtschaftlich schwierige Jahr durch frühzeitige Anpassung der Kapazitäten und einem differenzierten Einstellungsstopp zurückzuführen. Außerdem sorgten nicht wiederkehrende Verkaufserfolge im Immobilienbereich im Umfang von CHF 239,3 Millionen für das Jahresergebnis. Ohne die Erlöse aus Anlageverkäufen wäre das operative Ergebnis der SBB 2009 mit 122,8 Millionen CHF um 38,4 Prozent niedriger ausgefallen als im Vorjahr, in dem das Ergebnis 199,4 Millionen CHF betrug.

2009 beschäftigte die SBB mehr Mitarbeitende als im Vorjahr. Die Zahl der Stellen stieg umgerechnet auf Vollzeitstellen inklusive der Tochtergesellschaften um 0,6 Prozent von 27.822 auf 27.978 Mitarbeiter.

Ziel der SBB sei es im laufenden Jahr den Güterverkehr nachhaltig zu positionieren. Aus diesem Grund habe das Unternehmen in den letzten Monaten die strategischen Stoßrichtungen für die Entwicklung des Güterverkehrs festgelegt. "Die Ausblutung von SBB Cargo muss endlich ein Ende finden", sagte Ulrich Gygi, Präsident des Verwaltungsrates der SBB AG. Deshalb solle die internationalen Ganzzugsverkehre im alpenquerenden Transitverkehr in eine separate Gesellschaft ausgegliedert werden. Dabei wolle sich die SBB künftig auf die Rolle als Traktionär im kombinierten Verkehr auf der Nord-Süd-Achse zwischen den Nordseehäfen und Norditalien konzentrieren und die Zusammenarbeit mit Operateuren im kombinierten Verkehr suchen. Dafür führe das Bahnunternehmen derzeit mit Hupac Gespräche über eine mögliche Beteiligung an der neuen Gesellschaft. Die SBB Cargo strebt laut Gygi "bis 2013 ein ausgeglichenes Ergebnis" an. (ab)

 
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