SBB Cargo fährt weiter Verluste ein

03.09.2008 14:08 Uhr
SBB Cargo
SBB Cargo auf dem Weg in eine neue Partnerschaft (Bild: SBB)
© Foto: SBB

Die Schweizer gehen für ihre defizitäre Güterverkehrstochter auf Partnersuche

Bern. Wachstum im Personenverkehr und ein verringerter Verlust bei SBB Cargo prägen das Halbjahresresultat der Schweizerischen Bundesbahnen (SBB). Im ersten Halbjahr 2008 wurde das Konzernergebnis im Periodenvergleich um 13 Prozent auf 104,7 Millionen Franken (65 Millionen Euro) gesteigert. SBB Cargo erlitt in den ersten sechs Monaten 2008 einen Verlust von 8,2 Millionen Franken (5 Millionen Euro), was gegenüber dem Vorjahreszeitraum (minus 35,5 Millionen Franken/ 22 Millionen Euro) eine markante Verbesserung ergibt. Zugleich kündigte die SBB-Führung heute an, dass sie für die Gütertochter einen geeigneten Partner suche, um die Wettbewerbsfähigkeit der Schiene gegenüber der Straße zu erhöhen. Gesucht würden in erster Linie Partner für die Positionierung im internationalen Geschäft. Gleichzeitig sollen jedoch auch Partnerschaften für den nationalen Verkehr geprüft werden. Die SBB rechnet nach eigenen Angaben damit, im ersten Halbjahr 2009 eine Partnerschaft konkretisieren zu können. Bei der Partnersuche wird die SBB vom Beratungsunternehmen McKinsey unterstützt. Die seit letztem Herbst eingeleiteten Maßnahmen zur Restrukturierung des defizitären Güterverkehrs scheinen Wirkung zu zeigen. Belastet worden ist das Ergebnis von SBB Cargo – und auch dasjenige des gesamten Unternehmens - durch den Streik der Mitarbeitenden des Industriewerks Bellinzona im Frühjahr 2008. Die Kosten dieses Streiks hätten sich für die SBB auf mehr als 2,5 Millionen Franken (1,55 Millionen Euro) belaufen, teilte das Unternehmen mit. Gleichzeitig würden die Arbeitsrückstände, vor allem beim Güterwagenunterhalt, als Folge des Streiks die SBB insgesamt massiv belasten. Seit Ende des Streiks laufen die Verhandlungen am Runden Tisch. Ziel ist es, die Produktivität des Industriewerks Bellinzona kurzfristig um jährlich mindestens 10 Millionen Franken (6,2 Millionen Euro), mittelfristig um mehr, zu verbessern. Ohne diese Verbesserungen sei das Werk existenziell gefährdet, hält die SBB fest. (hrk/sb)

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