Dresden. Sachsens Rechtsanwälte sehnen sich nach elektronischer Post im Geschäftsverkehr. „Der elektronische Austausch von Dokumenten zwischen Anwälten, Gerichten und Staatsanwaltschaft würde in erheblichem Maße Zeit und Geld sparen“, sagte heute der Präsident der Rechtsanwaltskammer, Martin Abend, in Dresden. Leider gebe es bisher in Sachsen noch kein einziges ordentliches Gericht, das den elektronischen Rechtsverkehr ermögliche. Mit Ausnahme des Mahn-, Register und Grundbuchverfahrens würden bisher alle relevanten Dokumente per Briefpost versandt. In Hessen dagegen besäßen alle Gerichte und Staatsanwaltschaften einen elektronischen Zugang für Dokumente. Abend verwies darauf, dass schon mehr als 600 Anwälte im Freistaat über eine elektronische Signaturkarte verfügen. Sie ist Voraussetzung für einen verschlüsselten Versand von Informationen zu Gerichten oder zur Staatsanwaltschaft. „Beim elektronischen Datenverkehr geht es nicht nur um eine organisatorische Frage. Der Wegfall des Postversands sowie der mehrfachen Ausfertigung von Dokumenten spart Kosten und beschleunigt die Bearbeitung. Auch wird der elektronische Einblick in die Gerichtsakte gewährt“, argumentierte der Präsident. Die Rechtsanwaltskammer in Sachsen hat 4600 Mitglieder. (dpa)
Sachsens Rechtsanwälte fordern elektronische Post
Abschied vom Brief: Statt mit dem Briefträger sollen Dokumente künftig über das Internet verschickt werden