08.09.2009 | Transport + Logistik

Russland bestreitet erneut Waffenschmuggel auf "Arctic Sea"

Moskau. Im mysteriösen Fall des finnischen Frachters „Arctic Sea“ hat der russische Außenminister Sergej Lawrow Spekulationen über möglichen Waffenschmuggel an Bord zurückgewiesen. Mutmaßungen, nach denen unter der Holzladung Flugabwehrsysteme vom Typ S-300 versteckt waren, seien „haltlos und absolut unwahr“, sagte Lawrow am Dienstag nach Angaben der Agentur Interfax. „In Kürze wird Russland das Schiff mit Unterstützung von Malta, unter dessen Flagge der Frachter fährt, genau untersuchen. Alles wird sehr transparent sein.“ Militärexperten hatten nicht ausgeschlossen, das auf der „Arctic Sea“ Waffen für den Iran geschmuggelt werden sollten.

Dabei waren auch immer wieder Marschflugkörper vom Typ X-55 genannt worden, die aus Sowjetzeiten stammen und mit Atomsprengköpfen bestückbar sind. „Diese Gerüchte sind absolut haltlos“, sagte Lawrow.

Auch der russische NATO-Botschafter Dmitri Rogosin hatte vor kurzem Spekulationen über einen möglichen Waffenschmuggel an Bord der „Arctic Sea“ zurückgewiesen. Wenn Russland wirklich Waffen in den Iran schmuggeln wolle, gebe es dafür bessere Möglichkeiten als ein Schiff, hatte Rogosin gesagt. Nach offizieller Darstellung war der Frachter Mitte August vor Westafrika aus der Gewalt von Piraten befreit worden. Nach russischen Angaben hatten die Seeräuber das Schiff am 24. Juli vor Schweden gekapert. Die drei Wochen lang vermisst gemeldete „Arctic Sea“ wird derzeit von der russischen Kriegsmarine in den Schwarzmeerhafen Noworossijsk geschleppt. (dpa)

 
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