19.06.2009 | Transport + Logistik

Rückschlag für Biodiesel

Berlin. Der Biosprit-Anteil im Tank wird in Deutschland trotz wirtschaftlicher Probleme der Branche gebremst. Der Bundestag kippte am Donnerstag mit deutlicher Mehrheit einen Einspruch des Bundesrates und bestätigte die bisherigen Pläne. 384 Abgeordnete kippten das Ländervotum, 167 Parlamentarier waren anderer Meinung.

Damit sinken die Beimischungsanteile von Öko-Sprit zu herkömmlichem Kraftstoff, zudem steigt die Steuer auf Biodiesel. Die Länderkammer wandte sich wegen großer Bedenken in der vergangenen Woche mit knapper Mehrheit gegen das Gesetz, über das der Bundestag bereits entschieden hatte. Ein Vermittlungsverfahren hatte zuvor keine neue Lösung gebracht.

Die Steuer auf reinen Biodiesel, der nicht beigemischt ist, steigt für dieses Jahr um 3 Cent auf 18 Cent je Liter. Ursprünglich hatte der Bund eine Erhöhung um 6 Cent vorgesehen. Die Beimischungsanteile von Ethanol im Benzin und Biodiesel im Dieselkraftstoff sinken rückwirkend zum 1. Januar 2009 von 6,25 auf 5,25 Prozent. Von 2010 bis 2014 soll der Anteil bei 6,25 Prozent eingefroren werden. Der Naturschutzbund NABU begrüßte die Entscheidung. Die Klimabilanz von Biosprit sei vielfach schlechter als erwartet, und die Produktion von Palm- oder Sojaöl schädige die Umwelt.

Der Absatz für Biodiesel war nach Angaben der Biosprit-Branche zu Beginn dieses Jahres eingebrochen. Mit einer höheren Steuer wird Biosprit weniger attraktiv. Deshalb fordern die Länder, die weitere Erhöhung auszusetzen. Die Bundesregierung lehnt dies ab. Sie verweist auf Steuerausfälle und darauf, dass die Steuer weniger stark steigt als ursprünglich geplant. Die Beimischungsanteile waren als Förderinstrument und Ausgleich dafür vorgesehen, dass die Steuersubventionen auslaufen sollen.

Noch vor einigen Jahren galt Biosprit als Hoffnungsbringer für den Klimaschutz. Die Kritik nahm angesichts der Debatten über die Abholzung von Regenwäldern und der Konkurrenz zum Anbau von Nahrungsmitteln zu. Inzwischen setzen der Bund und mehrere Bundesländer auf Biokraftstoffe der sogenannten zweiten Generation. (dpa)

 
Anzeige
 

Weitere Informationen

Kommentar verfassen

Regelmäßig werden online verfasste Kommentare in der VerkehrsRundschau veröffentlicht. Um sich für eine Veröffentlichung zu qualifizieren, geben Sie bitte Ihren vollen Namen und unter dem Kommentar Ihren Wohnort an. Herzlichen Dank!

 

19.06.2009Artikelinformationen

Social Networking
Bildnachweis
(Foto: Jens-Ulrich Koch / ddp)

Beliebteste Meldungen

Nachwuchsinitiative

Hallo Zukunft!

VerkehrsRundschau, Trucker und Gefahr/gut vermitteln zwischen Schülern, Lehrern und Unternehmen für eine Zukunft in der Logistik [Mehr Infos über Ausbildung in der Logistik]

Neueste Kommentare unserer Leser

  • 07.02.2012 | Transport + Logistik
    Feinstaubwerte 2011 trotz Umweltzonen gestiegen
    juergen diercks meint: So geht das aber nicht weiter. Es koennen doch Wetter und Hochdruck nicht einfach darueber hinweg...[mehr…]
  • 07.02.2012 | Transport + Logistik
    Feldversuch: Ramsauer wirbt um Teilnehmer
    Ludger Haack meint: Wir wollten an dem Feldversuch auch teilnehmen - durch die "Sturheit" diverser Bundesländer...[mehr…]
  • 06.02.2012 | Transport + Logistik
    Feldversuch: Ramsauer wirbt um Teilnehmer
    Rudolf Röhlich meint: Wir wollten an dem Feldversuch auch teilnehmen, weil wir auf manchen Relationen unpaarige WB abholen...[mehr…]
  • 06.02.2012 | Recht + Geld
    Urteil der Woche: Haftungsbeschränkung für verunfallten Fahranfänger
    V 480 Truck meint: Mit 93 KM/h über die Landstrasse brettern, geht schon mal gar nicht, denn das Fahrzeug regelt bei 88...[mehr…]
  • 06.02.2012 | Transport + Logistik
    Amazon-Logistikzentrum schafft 1000 Arbeitsplätze
    Walter Dettinger meint: Wenn es dann richtige Arbeitsplätze sind ist das OK. Aber vor einigen Wochen war die Rede, dass...[mehr…]

Twitter: vr_online

Der Twitter-Kanal der VerkehrsRundschau

vr_online auf Twitter abonnieren und unsere Redakteure halten Sie auf dem Laufenden - blitzschnell und kostenlos!
[Follow us!]

Fahrverbotskalender

Europäische Fahrverbote im Überblick

Unser Fahrverbotskalender gibt einen Überblick über die LKW-Fahrverbote in mehr als 25 europäischen Ländern. Der Kalender erscheint quartalsweise als Zugabe zur Printausgabe, er kann aber auch gesondert bezogen werden. Bestellen können Sie den Kalender außerhalb des Abos zum Preis von 9,80 Euro zzgl. Versand und Mehrwertsteuer unter 089/20 30 43 11 00 (Fax -2100) oder per Mail: vertriebsservice@springer.com.