27.03.2009 | Transport + Logistik

RFID-Lösung zur automatischen Palettenidentifikation

Werne. Die Klingele Papierwerke optimieren ihre Logistikabläufe mit RFID-Technologie (Radiofrequenz Identifikation). Die Einführung des RFID-Systems zur automatischen Palettenidentifikation im Wellpappenwerk Werne wurde Anfang 2009 erfolgreich abgeschlossen.

Im Zuge dieser Einführung wurde die innerbetriebliche Lagerung im angeschlossenen Distributionszentrum mit kombinierter Block- und Regallagerung bei gut 8000 Palettenstellplätzen auf die RFID-Lösung von Stonegarden umgestellt. Stonegarden Technologies beschäftigt sich als Systemanbieter mit der Realisierung von RFID-Lösungen für die Papierindustrie.

„Wir sind kontinuierlich dabei, unsere Logistikabläufe effizienter zu gestalten“, sagt Jan Klingele, Geschäftsführender Gesellschafter der Klingele Gruppe. Der Hersteller von Wellpappe-Verpackungen mit Sitz in Remshalden bei Stuttgart verfügt über sieben Produktionsstätten in ganz Deutschland; 50 Prozent der Kunden kommen aus der Lebensmittelindustrie.
„Wir wissen, dass die Branche selbst bezüglich der Qualität ihrer Produkte ständig auf dem Prüfstand steht“, kommentiert Dr. Klingele. „Dementsprechend müssen natürlich auch wir eine Top-Leistung abliefern und Fehler in der Prozesskette vermeiden oder zumindest minimieren.“

Um Fehler in der Prozesskette zu vermeiden, habe man sich für eine RFID-Lösung zur Steuerung der Logistik entschieden. Auslöser für die Systemeinführung war der Bau eines zentralen Distributionszentrums im Wellpappenwerk Werne und damit verbunden die Auflösung mehrerer Außenläger. Gesucht wurde nach einer Lösung zur lückenlosen Palettenverfolgung bei Minimierung manueller Erfassungsvorgänge. Besondere Anforderung bei Klingele war dabei die Palettenidentifikation beim gleichzeitigen Transport von bis zu drei Paletten mit dem Stapler.

Klingele stand bei der Systemauswahl vor der Entscheidung entweder auf eine Barcode Lösung zu setzen oder eine Lösung auf Basis der RFID-Technologie einzuführen.Bei der Bewertung der Barcode-Lösungen waren der hohe Handlingsaufwand und die Fehleranfälligkeit der manuellen Palettenerfassung negative Punkte. RFID bot hier Vorteile, da sich mit vergleichbaren Mitteln ein weitaus höherer Automatisierungsgrad erreichen lässt.

Der RFID-Transponder wird dabei vom Produktionsprozess an zum ständigen Begleiter der Ware: „Während die Wellpappe den Herstellungsprozess durchläuft, werden parallel die Chips ausgedruckt – einer pro Palette“, erläutert Ekkehard Dürr, Leiter des Klingele-Werks in Werne. Die Paletten werden mit dem Transponder gekennzeichnet und sind damit jederzeit eindeutig identifizierbar. An der Palettierpresse, wo die Verpackungen im Anschluss an den Herstellprozess zusammengepresst und umreift werden, ist ein RFID-Reader angebracht, der die Daten wieder ausliest und an das übergeordnete SAP-System weitergibt, das die Informationen dann verbucht.

Nach dem Durchlauf der Palettierpresse sind transportieren Gabelstapler die Paletten mit den Wellpappeverpackungen ins Lager. Die Flurförderzeuge sind mit Antennen, einem Reader sowie einem Terminal mit Touchscreen ausgerüstet. „Über die Antennen wird die Palette beim Aufgabeln sofort identifiziert, und der Fahrer erhält alle relevanten Informationen wie Auftragsdaten, Lagerdaten sowie mögliche Zielinformationen gleich am Bildschirm“, berichtet Roggenkamp, stellvertretender Leiter der zentralen EDV-Abteilung. Wenige Sekunden nachdem der Stapler die Palette aufgenommen hat ist bereits klar, um welche es sich dabei handelt und wo er sie hinfahren muss. Unser System kann dabei mehrere Paletten gleichzeitig aufnehmen und erfassen. Damit kann Klingele Verzögerungen und Suchaktionen im Lager ebenso vermeiden wie die Abwicklung über Laufzettel. „Wenn die Ladung dann auf den LKW kommt, können wir den Warenausgang komplett buchen – das schafft Klarheit für uns und auch für den Kunden“, ergänzt Dürr.

„Mit diesem System begegnen wir nicht nur dem Wunsch unserer Kunden nach der Erstellung eines Versandavis, sondern unterstützen ihn automatisch bei der Abwicklung seiner eigenen internen Abläufe“, erläutert Werkleiter Dürr. Bereits wenn der LKW mit der Ware unser Werk verlässt, könnten dem Kunden die verladenen Positionen mitgeteilt werden. Wenn der Antennen an seinem Werkstor anbringe, erkenne er sofort, welche Waren gerade bei ihm eintreffen. „Damit kann er seinen Wareneingangsprozess deutlich optimieren“, ergänzt Dürr.

Der finanzielle Aufwand für den Kunden, um das RFID-System von Klingele für sich zu nutzen, ist dabei mit einer Summe von unter 10.000 Euro überschaubar: „Erforderlich sind die Antennen zur Informationsübertragung, ein einfacher Rechner – und außerdem muss eine Schnittstelle zum kundeneigenen Softwaresystem eingerichtet werden“, zählt Roggenkamp auf.Die Chips seien „Wegwerfware“ – das bedeute, es gebe kein Rücklaufsystem, so der IT-Experte. „Außerdem sind sie sehr oft wieder beschreibbar und verfügen über mehr Speicherkapazität als Klingele benötigt. Auf diese Weise kann der Kunde die Chips entweder für interne Zwecke mit seinen eigenen Daten überschreiben und weiter benutzen, oder Klingele speichert zuvor zusätzlich kundenspezifische Informationen ab.“ (sv)

 
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