11.06.2010 |
Renovierungsarbeiten: ÖBB zieht Sperrung der Brennerstrecke in Erwägung
München. Die Brenner-Eisenbahnstrecke ist dringend sanierungsbedürftig. Deshalb überlegt die ÖBB-Infrastruktur AG, Tochter der Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB), die Route im Sommer 2012 für zwei bis drei Monate zu sperren. Eine Sprecherin der ÖBB-Infrastruktur AG bestätigte gegenüber der VerkehrsRundschau, dass dies eine von mehreren diskutierten Varianten ist, um die stark beanspruchten Gleise und Brücken auszubessern.
Der Geschäftsführer von der privaten Eisenbahn Lokomotion, Armin Riedl, hatte diese Woche auf der Jahrestagung des Verbandes Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) berichtet, dass die ÖBB-Infrastruktur AG die auf der Brennerstrecke tätigen Bahnen um Stellungnahme zu möglichen Sanierungsvarianten gebeten hat. Riedl, der auch Geschäftsführer des Kombioperateurs Kombiverkehr ist, sagte dazu auf der VDV-Tagung: „Im Falle einer Sperrung kommen riesige Probleme auf uns zu." Denn viele Nutzer wären nicht in der Lage, für diesen Zeitraum auf Alternativen auszuweichen und würden sich dann womöglich ganz vom Kombinierten Verkehr verabschieden.
Die Brenner-Strecke ist über 100 Jahre alt und eine der am stärksten genutzten Bahnstrecken in Europa. An einem Werktag fahren nach Angaben der ÖBB-Infrastruktur AG 240-250 Züge auf diesem Abschnitt. Darin seien auch S-Bahn Züge zwischen Innsbruck - Steinach enthalten. Auf der Rollenden Landstraße (ROLA) wurden 2009 226.000 LKW befördert. Aufgrund dieser hohen Belastung sei die Strecke „dementsprechend sanierungsbedürftig", so die Aussage bei der ÖBB-Infrastruktur AG.
Vorhaben wird frühstens im Sommer 2012 umgesetzt
Derzeit werde an einem Konzept für die Abwicklung der dringend notwendigen Bau- und Sanierungsarbeiten auf der 32 Kilometer langen Brennerstrecke zwischen Innsbruck (550m) und Brenner (1320m Seehöhe) gearbeitet. Diese Vorhaben würden frühestens im Sommer 2012 umgesetzt. Momentan sei man in der Analyse- und Planungsphase. Das heißt, der genaue Sanierungsbedarf müsse erhoben werden und auf dieser Grundlage würden die Bauarbeiten geplant.
Dazu würden auch Gespräche mit allen Beteiligten – den Nutzern dieser Strecke, der Politik, den Behörden sowie allen weiteren Beteiligten (zum Beispiel dem Italienischen Infrastrukturbetreiber RFI oder der Autobahngesellschaft Asfinag) stattfinden.
Mehrere Varianten stünden derzeit zur Diskussion. Die notwendigen Baumaßnahmen reichten von Brückenerneuerungen, Gleisneulagen, Stützmauersanierungen bis zu Tunnelarbeiten. Bis zum Sommer sollen alle beteiligten Eisenbahnen ihre Stellungnahme dazu abgeben. Dann werden Gespräche mit Politik, Behörden und externen Beteiligten geführt, um eine gemeinsame, von allen akzeptierte Variante für die Bauarbeiten zu finden, so die Aussage der Sprecherin von ÖBB-Infrastruktur AG. (cd)
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