27.10.2009 |

Rekord-Kapazitätsabbau in der Luftfahrtbranche

München. Nach Informationen der VerkehrsRundschau wurden weltweit inzwischen bereits über 200 Frachtflugzeuge aus dem Verkehr gezogen. Das ist der höchste von Cargogesellschaften jemals veranlasste Kapazitätsabbau innerhalb nur einen Jahres. Die Fluglinien reagieren damit auf die Folgen der globalen Finanz- und Wirtschaftskrise, die seit Sommer 2008 zu einem dramatischen Rückgang der beförderten Tonnage und damit deutlich gesunkener Auslastung ihrer Frachter geführt hat. Einher geht diese Entwicklung mit einem Ratenverfall auf vielen Teilmärkten, wodurch Frachter in den vergangenen Monaten von ihren Eignergesellschaften kaum noch profitabel zu betreiben waren.

Analysten erwarten, dass diese Parkpolitik der Airlines harsche Konsequenzen für die Hersteller von Frachtflugzeugen haben wird, vor allem Marktführer Boeing. So dürften viele der heute in der Wüste oder auf Flughäfen abgestellten Transporter bei einem Anziehen der Märkte in den kommenden zwei, drei Jahren sukzessive entmottet und wieder zum Einsatz kommen. Nennenswerte Neubestellungen von Frachtern sind daher – je nach Krisenverlauf – erst ab 2012 oder 2013 zu erwarten, schätzt Geschäftsführer Dirk Steiger der Frankfurter Aviainform die Situation ein. Erschwerend hinzu kommt, betont Steiger, die „desaströse finanzielle Situation“, in der sich die allermeisten kommerziell betriebenen Cargogesellschaften befinden. „Das lässt ihnen in den kommenden Jahren kaum Raum für Neubestellungen von Flugzeugen“, sagt der Analyst.

Indes zeichnen sich für die Cargobranche auf Teilmärkten erste Silberstreifen am Horizont ab. So meldet die Vereinigung Association of Asia Pacific Airlines (AAPA) eine deutliche Wiederbelebung des Geschäfts. Zwar lag die im vergangenen September von den im Asien-Pazifikraum aktiven Frachtfluglinien beförderte Tonnage immer noch 6,5 Prozent unter dem Wert des Vorjahresmonats, verbesserte sich gegenüber den Zahlen von Februar 2009 jedoch um 28 Prozent. Dank des von den dortigen Airlines getätigten elfprozentigen Kapazitätsabbaus stieg deren durchschnittlicher Ladefaktor inzwischen auf knapp 69 Prozent. (hs)

 
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