16.12.2009 |

Regierung zu Werften: Wandel oder Untergang

Berlin. Deutschlands Werften können nach Einschätzung der Bundesregierung die dramatische Branchenkrise nur mit einem tiefgreifenden Strukturwandel überleben. Viele Werften an Nord- und Ostseeküste hätten nur eine Chance, wenn sie statt Containerschiffen in Zukunft technisch anspruchsvolle Spezialschiffe wie Fähren, Kreuzfahrtschiffe und Luxus-Jachten bauten, erklärte die Regierung in einer am Mittwoch vom Bundestag veröffentlichen Mitteilung. Sonst drohe eine drei- bis vierjährige Flaute, bis neue Aufträge für Containerschiffe hereinkämen.

Der Bund versucht seit Monaten, zusammen mit den Ländern über den "Deutschlandfonds" die Werften mit Krediten und Bürgschaften über Wasser zu halten. Drei der vier insolventen Werften produzieren Containerschiffe. Die traditionsreiche Branche ist schwer unter Druck. Aufträge für neue Schiffe in Milliardenhöhe wurden storniert.

Ende Juni lag der Auftragsbestand der Werften noch bei 139 Schiffen im Wert von 11,5 Milliarden Euro. Im ersten Halbjahr wurden nach Angaben der Regierung 50 Aufträge für 1,7 Milliarden Euro gelöscht. Weitere 20 Aufträge seien akut gefährdet, weil die Finanzierung nicht gesichert sei.

Besserung ist nicht in Sicht. Die Werften konnten im laufenden Jahr "nur acht zumeist kleinere Aufträge" hereinholen. Zum Vergleich: Vor Beginn der Wirtschaftskrise hatten die Werften 2007 Aufträge für 239 neue Schiffe mit einem Rekordvolumen von 15,4 Milliarden Euro in den Büchern. (dpa)

 
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