26.02.2010 |

Reeder geben Hafen Hamburg die Bestnote

Hamburg. Wäre der Hamburger Hafen ein „Schüler“, könnte sich über die Note 1,84 freuen. Die HypoVereinsbank/UniCredit Group hat diese „Schulnote“ als Ergebnis einer umfangreichen Umfrage unter Containerreedereien ermittelt, die regelmäßig Hamburg, aber auch die anderen bedeutenden Häfen in Nordwesteuropa ansteuern. Es ist das vierte Mal in Folge, dass diese Umfrage durchgeführt und jetzt in Hamburg vorgestellt wurde.

Der Hamburger Hafen, 2009 unter dem Eindruck der Weltwirtschaftskrise beim Güterumschlag schwer zur Ader gelassen, überzeugte die Reedereien weiterhin durch das hohe Ladungsaufkommen, die Abfertigungsqualität und das breite Angebot an logistischen Dienstleistungen, berichtete Joachim Klecks, Research Global Shipping, in dem Geldinstitut, das traditionell eng mit der Schifffahrt verbunden ist. Mit diesen Trümpfen schneide der Elbe-Hafen immer noch besser ab als seine bedeutendsten Mitbewerber, allen voran Rotterdam (1,93) oder Antwerpen (2,08). Der belgische Hafen hatte Hamburg 2009 vom zweiten Rang als Containerhafen verdrängt. Die Rotterdamer seien den Hamburger allerdings in puncto Preis-Leistungs-Verhältnis überlegen, berichtete Flecks weiter.

Die Trendumfrage bestätigte einmal mehr Trends, die bereits im vergangenen Jahr zu beobachten waren. So reduzierten die Reedereien als Folge schrumpfender Ladungsmengen auf der einen und einem Überangebot an Schiffsraum auf der anderen Seite nicht nur die Reisegeschwindigkeit ihrer Schiffe, das sogenannte „Slow Steaming“. 87 Prozent der Befragten wollen an diesem Langsamfahr-Kurs sogar längerfristig festhalten. Die Schifffahrtsunternehmen verringerten auch die Anzahl der Anlaufhäfen am europäischen Nordkontinent. Newcomer im Containergeschäft wie der Hafen Amsterdam bekamen diese Politik mit voller Wucht zu spüren. Der niederländische Hafen verlor zu Jahresbeginn seinen letzten Übersee-Container-Dienst. Die Zukunft des gerade einmal acht Jahre alten Containerterminals ist derzeit ungewiss.

Die Top-Note, die Hamburg bekommen habe, dürfe aber kein Anlass sein, um sich entspannt zurück zu lehnen, so der Schifffahrtsexperte. Im Gegenteil: Von größter Wichtigkeit sei die schnelle Umsetzung der Elbvertiefung, damit die Reeder die immer größere werdenden Containerschiffe problemlos auch in Hamburg einsetzen können. Das ist jetzt nicht mehr der Fall, auch bei optimaler Ausnutzung der Tide-Fenster. Zudem müsse Hamburg bei den schiffsbezogenen Hafenkosten noch nachbessern. (eha)

 
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26.02.2010Artikelinformationen

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