30.07.2009 | Transport + Logistik

Rasthofbau: Flying J bittet um Aufschub

Egestorf. Das Insolvenzverfahren des US-amerikanischen Öl- und Raststättenkonzerns Flying J hinterlässt seine Spuren auch im Kreis Harburg: Für ein Autohof-Projekt mit 300 LKW-Stellplätzen an der Autobahn A7 bei Egestorf habe das Unternehmen um einen Aufschub für den vertraglich festgelegten Beginn der Erschließung gebeten, sagte heute ein Sprecher der Wirtschaftsförderung im Landkreis Harburg (WLH). Man habe sich nun auf einen Baubeginn im Oktober geeinigt. Eigentlich hätten die Bagger bereits Anfang September rollen sollen. Anwohner waren Ende 2008 mit einer Klage gegen das umstrittene Projekt auf elf Hektar Fläche gescheitert.

Noch werde davon ausgegangen, dass Flying J den Vertrag mit der WLH erfüllt, sagte der Sprecher. Für den Autohof, der ursprünglich im Sommer 2010 den Betrieb aufnehmen sollte, habe das Unternehmen eigens eine deutsche Tochtergesellschaft gegründet. Laut WLH prüft Flying J intern aber auch Alternativen: Dabei könnte es sich um die Veräußerung des Europageschäftes oder den Einstieg eines Partners für das Projekt handeln. In den USA hat sich Flying J im Rahmen einer Insolvenz-Reorganisation, dem sogenannten Chapter 11, bereits Mitte Juli mit dem Konkurrenten Pilot zusammengeschlossen.

Neben den gebührenpflichtigen Lastwagen-Stellplätzen sollen auch 140 Auto-Parkplätze, eine Großtankstelle mit Benzin der eigenen Marke, Restaurantbetriebe, Läden und später auch ein Motel entstehen. Anwohner kämpfen in einer Bürgerinitiative gegen das Projekt nach dem Vorbild der 240 sogenannten Flying J Travel-Plazas in den USA und Kanada, weil sie Lärm und eine Versiegelung von Flächen befürchten.

Das Verwaltungsgericht Lüneburg stellte allerdings fest, dass die Auswirkungen für die in zwischen 400 und 800 Meter Entfernung lebenden Anwohner zumutbar seien: Die Zunahme des Lärms durch den Autohof liege am Rande der Wahrnehmungsschwelle und werde von den vorhandenen Geräuschen der Autobahn überlagert. Auch die Grenzwerte für Luftschadstoffe würden nicht überschritten. (dpa)

 
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