09.02.2010 |

Putin beerdigt Airline-Projekt "Rosavia" – und bläst Aeroflot auf

Moskau. Das Vorhaben, in Russland aus mehreren Regionalfluggesellschaften in Staatsbesitz einen zweiten großen nationalen Carrier namens "Rosavi" zu formieren, ist gescheitert. Die sechs Airlines sollen nun in Aktiengesellschaften überführt und aus dem Besitz der staatlichen Holding "Rostechnologii" an die halbstaatliche Aeroflot übergeben werden, entschied Premierminister Wladimir Putin.

Der Marktanteil der schon jetzt größten Fluggesellschaft Russlands wächst damit im Inland von gegenwärtig 15 Prozent auf 30 bis 35 Prozent. Rostechnologii soll im Gegenzug ein größeres Aktienpaket der Aeroflot erhalten. Allerdings ist noch unklar, wie Aeroflot die zum Teil stark verschuldeten und defizitären Fluggesellschaften Rossiya, Orenburgskije Avialinii, Kavminvodavia und Sachalinskije Aviatrassy sowie 51 Prozent an Vladivostok Avia und Saratovskije Avialinii verdauen kann, ohne selbst in wirtschaftliche Schieflage zu geraten. Lediglich für Rossiya gibt es einen Co-Investor: Die St. Petersburger Stadtverwaltung will einen 25,5-Prozent-Anteil übernehmen, da die Airline für die Stadt eine Schlüsselrolle im Flugverkehr spielt.

Das Projekt "Rosavia" entstand 2008 aus Rettungsbemühungen für die Bankrott gegangene russische Airline-Allianz AirUnion. Ursprünglich wollte sich auch die Stadt Moskau beteiligen und den ihr gehörenden Flughafen Wnukowo und ihre Fluggesellschaft Atlant-Sojus einbringen. (ld)

 
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