28.08.2009 | Transport + Logistik

Prognose: Containerschifffahrt kommt 2012 ins Gleichgewicht

Hamburg. Die weltweite Containerschifffahrt muss nach Einschätzung der Anlagegesellschaft Lloyd Fonds wohl eine jahrelange Flaute durchstehen. Vermutlich frühestens 2012 komme die Branche wieder ins Gleichgewicht. Es gebe aber keinen Grund, in einem Schreckensszenario das Ende dieses Transportsektors an die Wand zu malen, teilte die Hamburger Fondsgesellschaft am Freitag in einer Analyse mit. Diese beruft sich auf verschiedene Prognosen wissenschaftlicher Institute und Beratungsunternehmen. Selbst im Krisenjahr 2009 sei von einem weltweiten Gesamtumschlag bei Seecontainern von rund 491 Millionen TEU (Standardcontainer) auszugehen. Das seien zwar weniger als 2008, aber immer noch etwas mehr als 2007.

„Die Grundtendenz eines künftig wieder wachsenden weltweiten Containerverkehrs hat sich nicht verändert“, heißt es in der Analyse. Die Fondsgesellschaft zitiert dazu aus einer aktuellen Studie des Bremer Instituts für Seeverkehrswirtschaft und Logistik (ISL), das im kommenden Jahr mit drei Prozent Wachstum im Seecontainerverkehr rechne. Anschließend seien wieder Wachstumsraten von acht bis neun Prozent zu erwarten. „Auf der Nachfrageseite kann von keinem grundsätzlichen strukturellen Problem ausgegangen werden“, schreibt Lloyd Fonds.

Schwerer sei es dagegen, die Angebotsseite vorherzusagen. Das hänge unter anderem ab von der Verschrottung älterer Schiffe sowie Verschiebungen und Stornierungen bei bestellten Neubauten. Lloyd Fonds nimmt an, dass sich zunächst bei den kleineren und mittleren Containerschiffen bis zu einer Größe von 3000 TEU Angebot und Nachfrage wieder ausgleichen, bis 2014 oder 2015 auch bei den Containerriesen mit 10 000 TEU und mehr.

Die Containerschifffahrt ist von der Wirtschafts- und Finanzkrise und dem damit verbundenen Rückgang des Welthandels besonders stark betroffen. Verlässliche Marktdaten liegen noch nicht vor, doch wichtige Containerhäfen, Reedereien und Umschlagbetriebe mussten Mengenrückgänge um 30 Prozent im Vergleich zum Vorjahr hinnehmen. Da die Fracht- und Charterraten völlig verfallen sind, arbeiten die Reedereien mit Verlust und haben mehrere hundert Containerschiffe vorübergehend aus dem Verkehr gezogen. (dpa)

 
Anzeige
 

Weitere Informationen

Kommentar verfassen

Regelmäßig werden online verfasste Kommentare in der VerkehrsRundschau veröffentlicht. Um sich für eine Veröffentlichung zu qualifizieren, geben Sie bitte Ihren vollen Namen und unter dem Kommentar Ihren Wohnort an. Herzlichen Dank!

 

28.08.2009Artikelinformationen

Social Networking
Bildnachweis

Beliebteste Meldungen

Beliebteste Galerien

Nachwuchsinitiative

Hallo Zukunft!

VerkehrsRundschau, Trucker und Gefahr/gut vermitteln zwischen Schülern, Lehrern und Unternehmen für eine Zukunft in der Logistik [Mehr Infos über Ausbildung in der Logistik]

Neueste Kommentare unserer Leser

  • 07.02.2012 | Transport + Logistik
    Feinstaubwerte 2011 trotz Umweltzonen gestiegen
    juergen diercks meint: So geht das aber nicht weiter. Es koennen doch Wetter und Hochdruck nicht einfach darueber hinweg...[mehr…]
  • 07.02.2012 | Transport + Logistik
    Feldversuch: Ramsauer wirbt um Teilnehmer
    Ludger Haack meint: Wir wollten an dem Feldversuch auch teilnehmen - durch die "Sturheit" diverser Bundesländer...[mehr…]
  • 06.02.2012 | Transport + Logistik
    Feldversuch: Ramsauer wirbt um Teilnehmer
    Rudolf Röhlich meint: Wir wollten an dem Feldversuch auch teilnehmen, weil wir auf manchen Relationen unpaarige WB abholen...[mehr…]
  • 06.02.2012 | Recht + Geld
    Urteil der Woche: Haftungsbeschränkung für verunfallten Fahranfänger
    V 480 Truck meint: Mit 93 KM/h über die Landstrasse brettern, geht schon mal gar nicht, denn das Fahrzeug regelt bei 88...[mehr…]
  • 06.02.2012 | Transport + Logistik
    Amazon-Logistikzentrum schafft 1000 Arbeitsplätze
    Walter Dettinger meint: Wenn es dann richtige Arbeitsplätze sind ist das OK. Aber vor einigen Wochen war die Rede, dass...[mehr…]

Twitter: vr_online

Der Twitter-Kanal der VerkehrsRundschau

vr_online auf Twitter abonnieren und unsere Redakteure halten Sie auf dem Laufenden - blitzschnell und kostenlos!
[Follow us!]

Fahrverbotskalender

Europäische Fahrverbote im Überblick

Unser Fahrverbotskalender gibt einen Überblick über die LKW-Fahrverbote in mehr als 25 europäischen Ländern. Der Kalender erscheint quartalsweise als Zugabe zur Printausgabe, er kann aber auch gesondert bezogen werden. Bestellen können Sie den Kalender außerhalb des Abos zum Preis von 9,80 Euro zzgl. Versand und Mehrwertsteuer unter 089/20 30 43 11 00 (Fax -2100) oder per Mail: vertriebsservice@springer.com.