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09.03.2016Transport + Logistik | Inland

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premiumPost macht weniger Gewinn

Streiks und ein fehlerhaftes IT-System drücken die Bilanzzahlen der Deutschen Post für 2015. Mit erhöhtem Porto und aufgeräumtem Frachtbereich soll 2016 aber besser werden.
Zusteller der Deutschen Post im Einsatz

Das Briefgeschäft leidet weiter unter niedrigen Volumina

Foto: Picture Alliance/dpa/Susann Prautsch

Troisdorf. Trotz eines weiterhin boomenden Paket- und Expressgeschäfts schloss die Deutsche Post das vergangene Jahr erstmals seit einigen Jahren mit weniger Gewinn ab. Der Überschuss ging um knapp 26 Prozent auf gut 1,5 Milliarden Euro zurück. Der Konzernumsatz stieg um knapp 5 Prozent auf 59,2 Milliarden Euro. Im Herbst des vergangenen Jahres hatte das Unternehmen einmalige Belastungen von 345 Millionen Euro verbucht, die hauptsächlich in der Frachtsparte beim Aufbau eines fehlerhaften IT-Systems entstanden waren. Daraufhin schraubte die Post ihre Gewinnprognosen deutlich herunter. Operativ hat der Konzern im Jahr 2015 seine zuvor gesenkte Gewinnprognose mit einem Ebit von 2,41 Milliarden Euro erreicht

Generell lief das Frachtgeschäft Global Forwarding, Freight nicht gut. Bereits im April musste der bis dahin für den Bereich verantwortliche Manager Roger Crook seinen Stuhl räumen. Im Luftfrachtbereich transportierte das Unternehmen 8,3 Prozent weniger Fracht und auch die Volumen in der Seefracht gingen leicht um 0,1 Prozent zurück. Im europäischen Landverkehr konnten die Transportvolumina um 7,7 Prozent gesteigert werden. Wachstumstreiber waren laut der Deutschen Post das B2C-Geschäft in Schweden und das Komplettladungsgeschäft in Deutschland. Insgesamt verbuchte der Geschäftsbereich ein EBIT von 181 Millionen Euro und damit deutlich weniger als Im Vorjahr (193 Millionen Euro).

Wachstumstreiber Onlinehandel

Der Unternehmensbereich Post – E-Commerce – Parcel (PEP) konnte sich zwar über gestiegene Umsätze (plus 2,8 Prozent) freuen, auf das Ergebnis wirkt sich das aber nicht aus. Im Gegenteil: PEP lag beim EBIT mit 1,1 Milliarden Euro um 15 Prozent unter dem Niveau des Vorjahres. Laut dem Unternehmen ist das auf höhere Material- und Personalkosten, dem Ausbau des Paketnetzes sowie die Auswirkungen der Streiks zurückzuführen. Vor allem das Briefgeschäft macht dem gelben Riesen zu schaffen. Die Erhöhung des Portos um Januar 2015 konnte laut dem Jahresbericht die rückläufigen Volumen (minus 5,8 Prozent) nicht kompensieren. Deutlich positiver sieht es im Paketgeschäft aus. Begünstigt durch den wachsenden Online-Handel konnte die Deutsche Post allein in Deutschland 8,7 Prozent mehr Sendungen abwickeln als im Vorjahr.

Im laufenden Geschäftsjahr will die Post ein EBIT von 3,4 bis 3,7 Milliarden Euro erreichen. Helfen könnte Postchef Frank Appel dabei die größte Portoerhöhung seit 30 Jahren für den Standardbrief. Auch die Altlasten im Frachtgeschäft kann die Post 2016 hinter sich lassen und glaubt daher auch hier an eine Verbesserung der Ergebnisse. Vom Großkunden Amazon will sich Appel indes nicht verunsichern lassen. Amazon testet in einem Verteilzentrum in der Nähe von München die Zustellung in Eigenregie. Auch in anderen Metropolen sollen Verteilzentren in Stadtnähe aufgebaut werden. (dpa/ks)

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