Bonn. Die Deutsche Post hat Berichte über einen möglichen kompletten Rückzug aus ihrem Express-Geschäft in den USA dementiert. Post-Vorstandschef Frank Appel habe einen "vollständigen Rückzug" aus diesem Geschäft mit eiligen Sendungen am Montag vor Managern ausdrücklich ausgeschlossen, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur dpa in Bonn. Das "Handelsblatt" hatte zuvor berichtet, dass ein solcher Schritt wegen anhaltender Probleme nun erstmals "nicht mehr ausgeschlossen" werde. Laut Appel arbeitet die Post mit ihrer Tochter DHL "konsequent an der Restrukturierung des US-Express-Geschäfts". Die Verhandlungen mit dem US-Unternehmen UPS seien komplex und daher auch zeitaufwendig. Die Änderungen würden auch durch die sehr schwache US-Konjunktur erschwert. Gegebenenfalls werde die Post "über weitere notwendige Restrukturierungsmaßnahmen entscheiden". Bisher war ein Totalrückzug vom US-Express-Geschäft, der Zustellung zu Land und Luft innerhalb der USA, auch nicht geplant. Deshalb war der Bericht des "Handelsblatts" überraschend. Die Post will nach eigenen früheren Ankündigungen den Lufttransport an den Konkurrenten UPS abgeben und das eigene Bodennetz ausdünnen. Einen Zeitplan für eine endgültige Einigung mit UPS über die im Mai angekündigte Partnerschaft gebe es nicht, sagte eine Post-Sprecherin. Die neue Ausrichtung im Bodennetz soll 2009 stehen. Klar sei auch, dass Post und DHL künftig weiter am Standort USA mit ihren anderen Geschäftsfeldern wie internationalen Express- Sendungen und der Logistik (Luft- und Seetransport sowie Dienstleistungen für Konzerne) vertreten blieben, machte die Sprecherin deutlich. Allein in diesem Jahr wird DHL-Express in den USA laut Appel einen Verlust von 1,3 Milliarden US-Dollar schreiben. Die in den vergangenen Jahren angehäuften Verluste belaufen sich nach Angaben aus Branchenkreisen auf rund fünf Milliarden Euro. (dpa)
Post-Chef Appel dementiert Berichte über Rückzugs-Pläne aus den USA
"Vollständigen Rückzug" aus dem Geschäft mit eiligen Sendungen ausdrücklich ausgeschlossen