31.08.2009 | Transport + Logistik

Post bei Brief-Test durchgefallen

Frankfurt/Main/Bonn. Die Deutsche Post ist bei einem Schnelligkeitstest ihrer Briefzustellung durchgefallen. Das Unternehmen habe sein Versprechen klar nicht eingehalten, 95 Prozent aller Briefe innerhalb Deutschlands am nächsten Werktag zuzustellen, berichtete die „Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung“. Mitarbeiter der Zeitung hatten an drei verschiedenen Tagen aus vier Orten zusammen jeweils 33 Briefe quer durch die Republik geschickt. Von den 99 Sendungen kamen nur 61 Prozent am nächsten Werktag an.

Ein Brief stand fünf Tage nach Absendung immer noch aus. Besonders lahm war die Post der „FAS“ zufolge bei Briefen, die am Samstag eingeworfen wurden. Montags kamen die Postboten bei dem Test besonders oft mit leeren Taschen. Nur drei von 33 am Samstag eingeworfenen Briefen waren schon am Montag beim Adressaten.

Der Bereichsvorstand Brief der Deutschen Post, Uwe Brinks, sagte der Zeitung: „Ich bin bestürzt über Ihr Ergebnis.“ Dass in den Sommermonaten Sendungen stecken geblieben seien, habe die Post nicht feststellen können. Im Juli und August habe die Post ein Sparprogramm aufgelegt, räumte Brinks aber ein. In 15 Briefzentren wurden der Zeitung zufolge Wochenendschichten zusammengestrichen. Und an den Montagen seien Zustellbezirke zusammengelegt worden: Manche Postboten verteilten im Nachbarbezirk mit, andere wurden in die Freizeit geschickt.

Ob die Post den Versuch fortführe, werde in den nächsten drei bis vier Wochen entschieden, sagte Brinks der „FAS“. Aufgrund der Wirtschaftskrise hatte der Bonner Konzern im ersten Quartal 2009 einen dramatischen Einbruch in den Sendungsmengen auf allen Geschäftsfeldern zu verkraften.

Die Deutsche Post wandte sich gegen einen Testbericht über verspätete Briefzustellungen. Sie sei mit ihrer modernen Brieflogistik unverändert eines der schnellsten Postunternehmen weltweit, berichtete das Unternehmen am Montag in Bonn. Die Post bekräftigte frühere Erklärungen, dass von 100 Sendungen innerhalb Deutschlands 95 bei Einwurf vor der letzten Leerungszeit des jeweiligen Briefkastens am nächsten Werktag ihre Empfänger erreichten. Das Ergebnis eines Laufzeittests mit 99 Briefen, wie von der Zeitung vorgenommen, sei angesichts von täglich 70 Millionen beförderten Sendungen nicht repräsentativ, teilte die Post mit. Der Test habe zudem während eines Sommer-Pilotversuchs mit Einschränkungen des Briefversands vor allem am Montag stattgefunden.

„So wenig man mit 99 Stimmen eine Bundestagswahl voraussagen kann, lässt sich auch mit 99 Briefen nicht die Qualität der Post messen“, betonte Brief-Vorstand Jürgen Gerdes. Die Methode, nach der die Deutsche Post ihre Brieflaufzeiten innerhalb Deutschlands misst, erfüllen nach Angaben des Unternehmens die Anforderungen der europäischen Norm EN 13850. (dpa)

 
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