10.11.2009 | Transport + Logistik
Politischer Streit um Zukunft der ÖBB
Wien. „Mit mir wird es keine Zerschlagung oder Privatisierung der ÖBB geben“, stellte die österreichische Verkehrsministerin Doris Bures (SPÖ) vor wenigen Tagen fest. Damit antwortet sie auf die Forderung nach ÖBB-Gipfelgesprächen von Finanz-Staatssekretär Reinhold Lopakta (ÖVP). Bures habe dem ÖBB-Management den Auftrag erteilt, den Service zu verbessern, mehr Güter auf die Schiene zu bringen und mittelfristig schwarze Zahlen zu schreiben. Vom Koalitionspartner ÖVP fordert Bures, „die Negativkampagne gegen die ÖBB einzustellen“.
Hintergrund der politischen Auseinandersetzung sind der aktuelle Infrastrukturreport und ein Gutachten des Beratungsunternehmens Roland Berger. In beiden kommt die Sorge über die Entwicklung der Österreichischen Bundesbahnen zum Ausdruck. Im Rahmen des Infrastrukturreports stellen 77 Prozent der Befragten fest, dass die ÖBB für die Verlagerung des Güterverkehrs auf die Schiene nicht genügend gerüstet sei. Roland Berger urgiert einen drastischen Personalabbau, um die Kosten in den Griff zu bekommen. (rv)
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