Nairobi. Somalische Piraten haben im Golf von Aden einen saudischen Öl-Tanker mit 14 Mann Besatzung an Bord gekapert. Ein Sprecher der EU-Marineoperation Atalanta teilte am Mittwoch mit, der Tanker „Al-Nisr Al-Saudi“ sei bei dem Überfall am Montag außerhalb des von Kriegsschiffen gesicherten internationalen Transitkorridors unterwegs gewesen. Auch habe er sich nicht bei der Führung der internationalen Marineeinsätze am Horn von Afrika registrieren lassen. Das Schiff befinde sich derzeit im Bereich des Hafens Garacad, einem der Heimathäfen der somalischen Piratenbanden. Dem griechischen Kapitän und seiner aus Sri Lanka stammenden Crew geht es nach Atalanta-Informationen gut. Nach Angaben aus Riad hatte der Tanker kein Öl geladen, als er überfallen wurde. Das Schiff habe Öl nach Japan transportiert und anschließend ohne Ladung den Rückweg in den saudischen Hafen Dschidda angetreten. Somalische Piraten hatten im November 2008 den saudischen Tanker „Sirius Star“ mit 25 Mann Besatzung und Rohöl im Wert von 100 Millionen US-Dollar an Bord gekapert. Die Piraten gaben das Schiff und die Seeleute zwei Monate später frei. Sie sollen rund drei Millionen Dollar Lösegeld kassiert haben. (dpa)
Piraten kapern saudischen Tanker
„Al-Nisr Al-Saudi“ mit 14 Mann Besatzung entführt / Schiff war außerhalb des gesicherten Korridors unterwegs