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19.02.2016Transport + Logistik | Inland

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premiumPilotprojekt soll für mehr Lkw-Parkplätze sorgen

Trotz langer Suche finden Fahrer auf Autobahnraststätten oft keinen Stellplatz. Durch das Pilotprojekt Kompaktparken soll das nun besser werden.
Kompaktparken

Die Lkw-Fahrer parken die Fahrzeuge nach Abfahrtszeit

Foto: Picture Alliance/dpa/Daniel Karmann

Nürnberg. Mit Hilfe eines Pilotprojektes soll es künftig mehr Lkw-Parkplätze an Autobahnen geben. An der Rastanlage Jura West an der Autobahn 3 bei Velburg in der Oberpfalz ging am Freitag das sogenannte Lkw-Kompaktparken in Betrieb. Die bereits vorhandenen Parkplätze wurden dabei so umorganisiert, dass im Schnitt drei Lastwagen in Reihen hintereinander parken. Sie sortieren sich eigenständig nach ihrer jeweiligen Abfahrtszeit in die richtige Reihe ein. Die Abfahrtszeiten werden auf elektronischen Anzeigetafeln über den Reihen angezeigt. So wird eine mittlere Ausfuhrgasse eingespart.

Innenminister Herrmann (CSU) sagte, an der Rastanlage sei die Parkplatzzahl durch das neue System von 66 auf 105 gesteigert worden. „Es ist eine intelligente Art, vorhandene Flächen besser zu nutzen“, sagte Herrmann. So solle „verkehrsgefährdendes und ordnungswidriges“ Parken von Lkw verhindert und langer Parksuchverkehr vermieden werden. Den Truckern werde es zudem erleichtert, ihre Ruhezeiten einzuhalten. Bayern nehme mit dem Projekt eine Vorreiterrolle ein. Der Bund hat vier Millionen Euro in das Pilotprojekt investiert.

„Doch das beste System nutzt nichts, wenn die Lkw-Fahrer es nicht annehmen“, sagte Herrmann. Die Trucker werden daher über Info-Tafeln auf der Anlage und auf der Internetseite www.kompaktparken.de informiert - unter anderem auch auf Englisch, Bulgarisch oder Ungarisch. Auf der Anlage sei dafür kostenlos kabelloses Internet verfügbar. Bislang ist außerdem ein Einweiser auf der Anlage, der den Fahrern hilft. Dieser soll aber spätestens nach einem Jahr überflüssig sein.

Aufgrund des stetig steigenden Güterverkehrs auf den Straßen seien zusätzliche Parkplätze dringend nötig, sagten Herrmann und die Staatssekretärin im Bundesverkehrsministerium, Dorothee Bär (CSU). Die aktuelle Güterverkehrsprognose sage bis 2025 für den Freistaat ein Wachstum von rund 50 Prozent voraus. Das Projekt habe daher eine große Bedeutung. „Wenn es gut funktioniert, soll es auf die ganze Bundesrepublik ausgeweitet werden“, sagte Bär.

Seit 2008 entstanden auf rund 90 Rastanlagen in Bayern zusätzliche 3600 Lkw-Parkplätze. In diesem Jahr investiert der Bund nochmals 35 Millionen Euro. Ein anderes System („Kolonnenparken“) soll an der A93 bei Kiefersfelden getestet und verglichen werden. (dpa)

Mehr zum Thema: Bär, Dorothee (Wiki)

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