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29.11.2016Transport + Logistik | Inland

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premiumPilotenstreiks gehen weiter - Lufthansa gibt vor Gericht nach

Die Lufthansa hat ihren juristischen Widerstand gegen die Streiks der Piloten vor dem Landesarbeitsgericht München aufgegeben. Eine Lösung des Tarifkonflikts ist nicht in Sicht.
Lufthansa

Der Lufthansa ist es nicht gelungen, die Streiks ihrer Piloten gerichtlich zu unterbinden

Foto: Picture Alliance/dpa/Peter Kneffel

Frankfurt/München. Die Pilotenstreiks bei der Lufthansa gehen nach einer Streikpause endgültig in die zweite Woche. Die Fluggesellschaft gab am Montagabend ihren Versuch auf, die Ausstände noch vor Gericht stoppen zu wollen. Ab Dienstag sind damit erneut Zehntausende Passagiere von Flugausfällen betroffen. Am Dienstag würden 816 Flüge auf der Kurzstrecke mit 82.000 Reisenden gestrichen, teilte Lufthansa mit. Es gehe um Flüge, die von Deutschland aus starten. Knapp 2200 Verbindungen könnten stattfinden. Am Mittwoch würden zudem 890 Verbindungen mit 98.000 Passagieren ausfallen. Dann werde auch auf der Langstrecke gestreikt. Flüge der Töchter Eurowings und Germanwings sowie der Konzerngesellschaften AUA, Swiss, Brussels und Air Dolomiti würden erneut nicht bestreikt. Auch für den Frachtverkehr werden keine Behinderungen erwartet, alle Frachtflüge von Lufthansa Cargo finden planmäßig statt.

Lufthansa scheitert vor Gericht

Lufthansa scheiterte am Montagabend dabei, die Streiks noch vor Gericht stoppen. Sie hatte einen Antrag auf einstweilige Verfügung beim Arbeitsgericht München eingereicht und erklärt, sie halte Teile der Lohnforderung der Piloten für rechtswidrig. Konkret hatte Lufthansa kritisiert, dass die Forderung von VC, ab dem 13. Beschäftigungsjahr höhere Gehaltssteigerungen zu verlangen, gegen das allgemeine Gleichbehandlungsgebot verstoße. Jüngere Piloten würden diskriminiert.

Das Arbeitsgericht wies die Beschwerde jedoch ab. Daraufhin hatte Lufthansa mit dem Landesarbeitsgericht München die nächste Instanz angerufen. Doch dann zog sie ihre Beschwerde zurück. „Die Lufthansa AG hat das Rechtsmittel gegen die Entscheidung des Arbeitsgerichts nach knapp eineinhalb Stunden Verhandlung zurückgenommen”, teilte das Landesarbeitsgericht mit. Damit sei die Entscheidung des Arbeitsgerichts rechtskräftig.

Eine genaue Begründung für den Rückzug lieferte die Lufthansa nicht. Eine Sprecherin sprach von „juristischen Gründen”, die man nicht kommentieren wolle. Für die Fluggesellschaft ist es bereits die zweite juristische Niederlage. Bereits vergangene Woche hatte sie versucht, die Streiks der Piloten vor Gericht aufzuhalten, scheiterte aber vor zwei Frankfurter Arbeitsgerichten. (dpa/sno)

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