01.03.2010 |

Paris wappnet Post für EU-Wettbewerb

Paris. Der französische Regierung wappnet den staatlichen Brief- und Paketdienstleister La Poste für die vollständige Öffnung der EU-Postmärkte zum 1. Januar 2011. Am Montag wurde das Unternehmen in eine Aktiengesellschaft in Staatshand umgewandelt. Dieser Schritt bereitet den Weg für eine Kapitalerhöhung um 2,7 Milliarden Euro.

Mit dem frischen Staatsgeld soll die Post fit für den europäischen Wettbewerb gemacht werden. Das Unternehmen will unter anderem Filialen renovieren und das europäische Expressgutgeschäft verbessern. Um den Rückgang des herkömmlichen Briefgeschäfts aufzufangen, soll an neuen Online-Dienstleistungen gearbeitet werden werden. "Die Post wird sich entwickeln können und dabei seinen öffentlichen Aufgaben treu bleiben", kommentierte Unternehmenschef Jean-Paul Bailly.

Große Teile der Opposition und die Gewerkschaften kritisieren das Projekt allerdings. Sie befürchten, dass die Umwandlung des Unternehmens in eine Aktiengesellschaft in der Privatisierung enden könnte und warnen vor möglichen Entlassungen und einer Ausdünnung des Filialnetzes. Zuletzt beschäftigte die Post rund 280 000 Menschen und war damit zweitgrößter Arbeitgeber im Lande. Der Umsatz belief sich 2008 auf 20,8 Milliarden Euro.

Nach Unternehmensangaben ist die französische Post einer der letzten europäischen Dienstleister dieser Art, die diesen Schritt gehen. 25 der 27 Postdienste in der EU seien bereits Aktiengesellschaften oder dabei, eine zu werden. 19 davon seien vollständig im Besitz der öffentlichen Hand, betonte La Poste. (dpa)

 
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