06.08.2009 | Transport + Logistik

Palfinger rutscht ins Minus

Salzburg. Der Kranspezialist Palfinger musste im ersten Halbjahr 2009 kräftige Umsatzeinbrüche hinnehmen. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum sank der Umsatz um 36,4 Prozent auf knapp 270 Millionen Euro und lag damit sogar um ein Fünftel niedriger als im ersten Halbjahr 2007. „Die Entwicklung der vergangenen Monate zeigt eine deutliche Bodenbildung in den für uns relevanten Märkten. In den USA und in Asien stiegen die Auftragseingänge sogar wieder leicht an“, sagte der Vorstandsvorsitzende Herbert Ortner . Die Umsetzung der angekündigten Infrastrukturprojekte werde zusätzlich deutliche Impulse mit sich bringen, hofft der Palfinger-Chef. „Als Frühzykliker sehen wir den nächsten Quartalen mit Vorsicht, aber dennoch optimistisch entgegen.“

Verglichen mit den Rekordergebnissen im ersten Halbjahr 2008 präsentiert sich das erste Halbjahr 2009 für das österreichische Familienunternehmen mit enormen Rückgängen nicht nur im Umsatz, sondern auch im Ergebnis. Das operative Ergebnis (Ebit) brach von knapp 60 Millionen Euro im Vorjahr auf ein Minus in Höhe von 5,9 Millionen Euro ein.

Das Segment Krane verzeichnete laut Palfinger im ersten Halbjahr 2009 in einigen europäischen Märkten sowie Russland nahezu keine Umsätze und in den zwei größten Märkten Deutschland und Frankreich spürbare Rückgänge. Während die allgemeine konjunkturelle Entwicklung Ende 2008 auch den südamerikanischen Markt mit Ausnahme von Brasilien erreichte, waren im US-amerikanischen Raum seit Jahresbeginn erste Anzeichen einer Erholung zu verzeichnen. Im zweiten Quartal 2009 zeigte sich jedoch in allen Märkten zumindest eine Stabilisierung auf dem sehr niedrigen Niveau. Die vergleichsweise zufrieden stellende Geschäftsentwicklung im Segment „Hydraulische Systeme & Services“ zeigt deutlich, dass die Produkte dieses Segments weniger von der zurzeit schwachen Bau- und LKW-Industrie betroffen sind.

Palfinger versuchte im ersten Halbjahr 2009 Kostensenkungsmaßnahmen in allen Unternehmensbereichen durchzusetzen sowie die Prozesse zu optimieren. Die Auslastung der Produktionskapazitäten wird durch gezieltes Insourcing und Fertigung für Dritte unterstützt. Verstärkter Fokus wurde desweiteren auf die Reduktion des Capital Employed und Finanzierungsstrukturmanagement gelegt.

Die Eigenkapitalquote lag zum Halbjahr mit 46,2 Prozent weiterhin auf hohem Niveau. Das Net Working Capital konnte gegenüber Jahresende 2008 deutlich reduziert werden, das Nettogesamtvermögen ging dadurch auf 459,1 Millionen Euro zurück. Die Finanzierungsstruktur wurde verstärkt auf längerfristige Schulden sowie eine strategische Liquiditätsreserve ausgerichtet.

Das Management des Unternehmens sieht nach wie vor verschiedene Szenarien für die weitere Entwicklung im Jahr 2009. Aus heutiger Sicht wird für das Gesamtjahr bei Umsatzrückgängen von bis zu 40 Prozent mit einem deutlich positiven operativen Erbebnis vor Zinsen, Steuern und Abgaben (Ebitda) gerechnet. Während das dritte Quartal 2009 auf Basis des geringeren Auftragsbestands sowie des niedrigen Ausstoßes in Zusammenhang mit dem bevorstehenden Betriebsurlaub schwach sein wird, besteht für das vierte Quartal verhaltener Optimismus. (sb)

 
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