23.06.2009 | Transport + Logistik

Palettentausch - Spediteure tragen den Hauptteil der Kosten

Dortmund. Die Umlaufkosten einer Euro-Tauschpalette betragen zwischen 3,81 und 4,96 Euro, zu diesem Ergebnis kommt eine neue Studie des Fraunhofer-Instituts für Materialfluss und Logistik (IML) in Dortmund. Wie LOGISTIK inside exklusiv vorab erfuhr, liegen die durchschnittlichen Gesamtkosten des Tauschverfahrens bei Verladern zwischen 1,01 und 1,40 Euro, bei Speditionen zwischen 2,49 und 3,01 Euro und bei Empfängern zwischen 0,31 und 0,55 Euro.

„Den mit Abstand größten Anteil bilden die Ersatz- und Reparaturkosten“, stellen die Studienautoren Volker Lange, Jens Hoffmann und Marcel Ströhmer fest. Der Kostenblock der Ersatz- und Reparaturkosten verursache über die gesamte logistische Kette circa 47 bis 53 Prozent der Gesamtkosten eines Palettenumlaufes. An zweiter Stelle folgen für alle Parteien die Personalkosten, so die Fraunhofer-Forscher.

Die empirischen Studien haben laut Fraunhofer IML gezeigt, dass die einzelnen Kostenblöcke einen sehr unterschiedlichen Einfluss auf die Gesamtkosten des Palettentausches haben und zwischen den Parteien differieren. Auch für Unternehmen auf gleicher Stufe der Logistikkette könnten unterschiedliche Kosten durch das Tauschverfahren entstehen. „Vielmehr ist die Kostenhöhe insbesondere von den Faktoren Palettenqualität und Prozessgestaltung sowie von dem Zusammenwirken mit den Tauschpartnern abhängig“, schreiben die Studienautoren.

Hintergrund: Palettenstudie des Fraunhofer IML

Eine erste Studie zu den Kosten des Tauschverfahrens im Europalettenpool hatte das Fraunhofer IML im Auftrag des Deutschen Speditions- und Logistikverbands (DSLV) bereits im Januar 2009 abgeschlossen. Die Forscher hatten die Kosten untersucht, die bei Speditionen/Logistikdienstleistern durch das Tauschverfahren mit Europaletten entstehen.

Daran anknüpfend führte das Fraunhofer IML kürzlich eine zweite Palettenstudie mit den Schwerpunkten Verlader und Empfänger in Eigenverantwortung durch, um die gesamten Kosten eines Eurotauschpaletten-Umlaufs verursachungsgerecht abbilden zu können. Hierzu wurden Unternehmen im Zeitraum von März 2009 bis Mai 2009 gebeten, einen Fragebogen auszufüllen, der durch Telefoninterviews mit den Verantwortlichen validiert wurde. Insgesamt nahmen 51 sowohl kleine und mittlere als auch große Unternehmen teil. Die Umschlagsmengen der Studienteilnehmer lagen bei 5500 bis 9,5 Millionen Europaletten jährlich. (pi)

Die wichtigsten Ergebnisse der neuen Palettenstudie des Fraunhofer IML können Sie sich in der Box unten als Zusammenfassung herunterladen; PDF-Dokument

 
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