Burtenbach. Der Nutzfahrzeughersteller Kögel ist erneut insolvent. Wegen der drastischen Marktverwerfungen in der Logistikindustrie und der Trailerbranche habe das Unternehmen Insolvenz anmelden müssen, teilte Kögel mit Sitz in Burtenbach (Kreis Günzburg) am heutigen Montag mit. Von der Pleite sind rund 1150 Mitarbeiter betroffen, davon rund 830 in Deutschland. Kögel produzierte bis Mitte 2008 noch annähernd 24.000 Trailer jährlich und erzielte zwischen Juli 2007 und Juni 2008 einen Umsatz von rund 540 Millionen Euro. Für dieses Jahr rechnet Kögel nur mit einem Absatz von etwa 1500 bis 2000 Fahrzeugen und einem Umsatz von etwas mehr als 50 Millionen Euro. Das Unternehmen verzeichnete zuletzt einen Nachfrageeinbruch von 90 Prozent. Als Grund führte Kögel die Finanzkrise, aber auch die Erhöhung der LKW-Maut an. Seit Sommer 2008 konnte das Unternehmen nach eigenen Angaben durch Restrukturierungsmaßnahmen und Kapitalzuschüsse zunächst stabilisiert werden. WDie restriktiven Tendenzen am Finanzmarkt führten jedoch zu einem nicht mehr auszugleichenden Liquiditätsengpass“, teilte Kögel weiter mit. Auch die zuletzt mit einigen Lieferanten getroffenen Stundungsvereinbarungen hätten daran nichts mehr ändern können. Der Nutzfahrzeughersteller soll aber nach dem Wunsch der Gesellschafter weitergeführt werden. Die Schwestergesellschaft in Frankreich Jean Chereau SAS ist von der Insolvenz nicht betroffen. Zum vorläufigen Insolvenzverwalter wurde der Wirtschaftsprüfer Arndt Geiwitz aus Neu-Ulm bestellt. Die frühere Kögel Fahrzeugwerke AG mit Sitz in Ulm hatte im Januar 2004 schon einmal Insolvenzantrag gestellt. Damals hatte der Finanzinvestor Schoeller Metternich Beteiligungen das Unternehmen übernommen und nach Burtenbach verlegt. (dpa/sv)
Nutzfahrzeughersteller Kögel erneut insolvent
Umsatz um 90 Prozent eingebrochen / Geschäft soll weitergehen