15.04.2010 |

Nordost-Häfen fassen nur langsam wieder Tritt

Schwerin. Nach den drastischen Einbrüchen im Fracht- und Passagiergeschäft 2009 fassen die Seehäfen im Nordosten nur langsam wieder Tritt. Im Januar lag der Güterumschlag insgesamt noch um 0,9 Prozent unter dem Niveau des Vorjahresmonats, wie das Statistische Amt in Schwerin berichtete. Knapp zwei Millionen Tonnen gingen über die Kaikante. Durchwachsen blieb das Ergebnis in Rostock (minus 3,8 Prozent) und Sassnitz (6,0 Prozent). Dagegen zog das Gütergeschäft in Wismar (plus 22,0 Prozent) und Stralsund (16,3 Prozent) wieder merklich an. Der Gesamtumschlag aller Ostsee-Häfen in Mecklenburg-Vorpommern war im vorigen Jahr krisenbedingt um 15 Prozent auf 24,9 Millionen Tonnen gesunken.

Besonders zu schaffen macht die Wirtschaftsflaute weiterhin dem kleinen Hafen Vierow (Ostvorpommern), wo die Tonnage gegenüber dem Januar 2009 um satte 47 Prozent zurückging. Ein gemischtes Bild ergab auch die Aufschlüsselung der transportierten Güterarten: Während die Häfen bei Nahrungsmitteln den Umschlag landesweit wieder mehr als verdoppeln konnten, sackte die Mineralöl-Menge um über 80 Prozent ab.

Das Fährgeschäft konnte sich im Januar noch nicht aus dem Sog der Krise befreien. Die Zahl der beförderten Passagiere nahm nach Angaben der Statistiker im Vorjahresvergleich um 17,6 Prozent auf rund 105.800 ab. Stark gebeutelt wurden die großen Fähr-Standorte Rostock (minus 13,9 Prozent) und Sassnitz auf Rügen.

Der Hafen auf Deutschlands größter Insel mit zahlreichen Verbindungen nach Skandinavien und ins Baltikum fertigte etwa ein Viertel weniger Passagiere ab. Neue Chancen sieht die Fährhafen Sassnitz GmbH vor allem beim kombinierten Eisenbahn-See-Verkehr. Die Möglichkeit, auf Rügen auch russische Breitspur-Waggons abzufertigen, sei in Westeuropa einzigartig. Die Eisenbahn-Fährverbindung zwischen Sassnitz und dem litauischen Klaipeda habe ebenfalls Potenzial.

2009 hatten noch insgesamt 16.333 Schiffe Mecklenburg-Vorpommern angelaufen - 2100 weniger als im Vorjahr. Die 3,3 Millionen über See beförderten Passagiere bedeuteten ein Minus von 11,9 Prozent. (dpa)

 
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