10.03.2010 | Transport + Logistik
Nordic-Werften: Schiffbauer demonstrieren für Überleben
Schwerin. Rund 1200 Schiffbauer aus ganz Norddeutschland haben am Mittwoch vor dem Schweriner Landtag für das Überleben der Nordic-Werften in Wismar und Rostock-Warnemünde demonstriert. Drei Wochen vor dem geplanten Ende der Auffanggesellschaften für die einst 2500 Mitarbeiter der insolventen Wadan-Werften sei es höchste Zeit für „ein endgültiges Signal von (Werfteigner Witali) Jussufow“, forderte die Chefin der IG Metall im Bezirk Küste, Jutta Blankau. Die Landesregierung hatte tags zuvor mit Jussufow verhandelt, aber noch keine Einigung über weitere Staatshilfen erzielt. Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD) und Wirtschaftsminister Jürgen Seidel (CDU) bekannten sich zum „Schulterschluss“ mit den Schiffbauern.
Ohne ein tragfähiges Finanzierungskonzept für den vorige Woche bestellten Tanker des russischen Bergbaukonzerns Norilsk Nickel hat Nordic keine Aussicht auf eine Transfer-Verlängerung bis Ende Juli. Jussufow will sich nach eigener Aussage „intensivst“ um rasche Darlehen für den vertraglich besiegelten Bauauftrag bemühen, die Finanzierung soll bis spätestens zum 24. März stehen. „Ich verstehe Ihre Ungeduld“, sagte Sellering vor den Werftarbeitern. „Jetzt ist es fünf vor zwölf, jetzt muss die Entscheidung kommen.“ Der russische Investor habe bei den Gesprächen mit Vertretern von Bund und Land in der Staatskanzlei aber gute erste Vorschläge auf den Tisch gelegt.
Neben der früheren Wadan-Belegschaft waren am Mittwoch Kollegen der Hegemann-Gruppe aus Stralsund und Wolgast, von Blohm + Voss aus Hamburg sowie von der Kieler HDW-Werft vor das Schweriner Schloss gekommen. Auch mehrere Landtagsabgeordnete hatten sich unter das Publikum gemischt. Für den 25. März - den Tag nach der Entscheidung über eine mögliche Transfer-Verlängerung - plant die IG Metall Belegschaftsversammlungen bei Nordic, zu denen sie auch Jussufow, Sellering und Seidel einlud. „Dann werden wir sehen, ob der versprochene Schulterschluss wirklich trägt“, meinte Blankau. (dpa)
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