26.06.2009 |

Niederlande: Talfahrt im Güterverkehrsmarkt hält auch 2010 an

Zoetermeer. Die niederländische Logistik- und Transportwirtschaft wird sich auf eine längere Durststrecke einzustellen haben, als bislang erhofft. Sowohl im laufenden Jahr als auch bis weit ins Jahr 2010 hinein müsse mit einem Transportmengenrückgang gerechnet werden, auch wenn sich der Schrumpfungsprozess im nächsten Jahr etwas verlangsamen dürfte, erwartet das niederländische Forschungs-- und Beratungs-Institut NEA in einer am Freitag vorgelegten neuen Mengenstudie.

Die Transportmengenabnahmen dürften sich für 2009 und 2010 gegenüber dem guten Jahr 2008 auf insgesamt zehn Prozent über alle Verkehrsträger hinweg summieren. „Ein solcher Rückgang innerhalb nur einen Jahres hat es noch nie gegeben“, schreibt das renommierte Institut. Derzeit rätselten die Wissenschaftler noch darüber, wann das Gütermengenniveau von 2008 wieder erreicht werden könnte. Die NEA-Experten wagen einen vorsichtigen Ausblick: Erst ab 2014 dürfte das der Fall sein.

Im niederländischen Straßengüterverkehr stehen auch in den kommenden Monaten weiterhin praktisch alle Wirkungsbereiche unter Druck. Zu den besonders betroffenen Marktsegmenten zählt das NEA dabei die Chemie-Transporte ebenso wie die Stückgut- und Containerverkehre. Für erstgenanntes Tätigkeitsfeld dürfte der Mengenrückgang gegenüber 2008 bei 20 Prozent, für das zweite Segment bei 18 Prozent betragen. Immerhin: Für die Chemiesparte erwartet das NEA bereits 2010 wieder so etwas wie eine leichte Erholung, während die Durststrecke für Container-Trasnporteure noch 2010 im vollen Umfang bestehen dürfte.

Auch die Binnenschifffahrt steht massiv unter Druck, zumal bei Containertransporten. Für die Binnenschifffahrt bleiben die Kohlentransporte von den niederländischen Seehäfen nach Deutschland hingegen eine sichere Bank. Der Grund: Der schrittweise erfolgende Ersatz von deutscher Steinkohle durch billigere ausländische Importkohle. Sie wird vor allem für die Verstromung benötigt.

Der Eisenbahnsektor muss sich ebenfalls auf härtere Zeiten einstellen. Für 2009 erwartet das NEA einen Mengenrückgang gegenüber 2008 von gut zehn Prozent. Auch 2010 werde es weitere Transportverluste geben. Stabile beziehungsweise leicht steigende Mengen stellt das NEA hingegen für Erdöl- und Kohlentransporte auf der Schiene in Aussicht. (eha)

 
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