Frankfurt. Wenn VDA-Präsident Matthias Wissmann momentan über die Zukunft der Automobilbranche spricht, flüchtet er in den „realistischen Skeptizismus“, wie er auf der Jahrespressekonferenz des Verbandes der Automobilindustrie (VDA) in Frankfurt verrät: Nervöse Märkte, die zwar erste Hoffnungsschimmer senden, was aber noch nicht für nahhaltiges Wachstums ausreiche, bestimmen für Wissmann auch in den kommenden Monaten die Realität für die schwer gebeutelte Branche. Gerade die Nutzfahrzeuganbieter leiden in diesem Jahr wie nie zuvor. Hier gilt die einfache Formel: Je schwerer das Segment, desto höher die Absatzverluste. Die deutschen Neuzulassungszahlen bis November weisen für die leichten Nutzfahrzeuge (bis sechs Tonnen) ein Minus von 25 Prozent gegenüber dem Vorjahr aus. In der mittelschweren Klasse (bis 16 Tonnen) wurde ein Drittel (minus 32 Prozent) in der schweren (über 16 Tonnen) gar 40 Prozent weniger verkauft als vor Jahresfrist. In Fahrzeugen heißt dies, dass zwischen Januar und November 160.900 NFZ in der Van-Klasse, 19.300 mittelschwere und 37.800 schwere LKW in Deutschland neu angemeldet wurden. Folgerichtig schrumpfte die Produktion der deutschen Anbieter um 54 Prozent auf nun 225.000 Einheiten. Auch hier sind die schweren Nutzfahrzeuge besonders vom Abschwung betroffen, wie der Produktionsrückgang von 67 Prozent zeigt. So wundert es nicht, wenn Wissmann für das kommende Jahr den Nutzfahrzeugen im realistischen Skeptizismus eine „holprige Wegstrecke“ voraussagt. (rs)
NFZ-Markt 2009: Je schwerer, desto größer die Verluste
VDA-Präsident Wissmann flüchtet in „realistischen Skeptizismus“ / Markt für schwere NFZ bricht um 40 Prozent ein / Produktion deutscher Anbieter schrumpft um 54 Prozent