02.07.2009 | Transport + Logistik

NFZ-Absatz sinkt im ersten Halbjahr um ein Drittel

Bad Homburg/ Frankfurt am Main. Die Wirtschaftskrise hat die Nutzfahrzeughersteller weiterhin fest im Griff. Der weltweite Konjunktureinbruch spiegelt sich unmittelbar in den Exportzahlen der deutschen Hersteller wider. Wie der Verband der deutschen Automobilhersteller am Donnerstag meldete, sank die Ausfuhr von Nutzfahrzeugen bis sechs Tonnen im bisherigen Jahresverlauf um 66 Prozent, die von schweren Nutzfahrzeugen um 69 Prozent. Der Inlandsmarkt ist ebenfalls stark eingebrochen. Im ersten Halbjahr lagen die Neuzulassungen von Transportern um 28 Prozent unter dem Vorjahresniveau, in der Klasse über sechs Tonnen sank der Absatz um 33 Prozent.

Allerdings gebe es, so VDA-Präsident Matthias Wissmann, erste Anzeichen einer Verlangsamung des Abschwungs. Die Aufträge hätten sich saisonbereinigt in den letzten Monaten auf niedrigem Niveau stabilisiert. Für das Gesamtjahr erwartet der VDA-Präsident einen deutlichen Neuzulassungsrückgang um etwa ein Drittel auf 230.000 Nutzfahrzeuge.

Ähnlich sieht die Situation bei den importierenden Nutzfahrzeugherstellern. In den ersten sechs Monate dieses Jahres verzeichneten diese das schwächste Neuzulassungsergebnis seit der Wiedervereinigung. Wie der Verband der internationalen Kraftfahrzeughersteller (VDIK) am Donnerstag meldete, fiel der Absatz zwischen Januar und Juni 2009 rezessionsbedingt um 29 Prozent auf 121.000 Nutzfahrzeuge.

„Die Wirtschafts- und Exportkrise hat den Transportbereich derart hart getroffen, dass in Deutschland und weltweit die Aufträge für Nutzfahrzeuge storniert oder gar nicht erst erteilt worden sind“, sagte VDIK-Präsident Volker Lange einer Mitteilung zufolge. „Angesichts der äußerst schwierigen Marktsituation ist positiv zu vermerken, dass unsere Mitgliedsfirmen ihren Marktanteil im 1. Halbjahr mit 30,7 Prozent stabilisieren konnten. Da sich der Markt der leichten Nutzfahrzeuge in der ersten Hälfte 2009 erheblich schlechter entwickelt hat als wir erwartet haben, senken wir unsere Prognose aus dem Dezember 2008 zum gesamten Nutzfahrzeugmarkt 2009 auf 250.000 Einheiten, die Neuzulassungen sinken damit auf das niedrigste Niveau seit der Wiedervereinigung", so Lange weiter.

Gleichzeitig kritisierte der VDIK-Präsident die LKW-Mauterhöhung vom 1. Januar 2009, die das unter Ladungsrückgängen und Umsatzeinbrüchen leidende Güterkraftverkehrsgewerbe zusätzlich belaste. „Wir fordern, dass die Mauterhöhung rückgängig gemacht wird und die Mauteinnahmen ausschließlich zum Ausbau der Straßenverkehrsinfrastruktur eingesetzt werden. Darüber hinaus dürfen die zusätzlichen Einnahmen nicht dazu führen, dass die Finanzierung aus dem Steueraufkommen zurückgefahren wird und damit nicht bzw. kaum mehr Geld zur Verfügung steht als zuvor“, betonte Volker Lange. (ag)

 
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