Rom. Es sei gut, mit dem neuen Überbrückungskredit von 300 Millionen Euro den Niedergang der maroden Alitalia abzuwenden, sagte Berlusconi am Mittwoch in Rom. Er wies gleichzeitig die Kritik des scheidenden Regierungschefs Romano Prodi zurück, er habe sich auf inakzeptable Weise in die inzwischen abgebrochenen Verhandlungen mit Air France-KLM über eine Übernahme der Alitalia eingemischt. Vielmehr habe das Nein der italienischen Gewerkschaften die Verkaufsverhandlungen beendet, sagte Berlusconi. Berlusconi hofft auf eine italienische Investorengruppe zur Rettung der Fluggesellschaft. Ein neues Angebot könne „in vier bis fünf Wochen“ vorliegen, schmerzliche Einsparungen beim Personal seien unumgänglich, meinte er. Eine Übernahme der Alitalia durch die französisch-niederländische Gruppe hätte aber bedeutet, „dass alle Entscheidungen in Paris getroffen worden wären“, sagte Berlusconi. Prodis Regierung hatte der angeschlagenen Alitalia am Dienstag den Überbrückungskredit genehmigt. Damit soll die Gesellschaft in den nächsten Monaten überleben können, nachdem die Gruppe Air France-KLM am Montag ihr Übernahmeangebot endgültig zurückgezogen hatte.
Neuer Millionen-Kredit für Alitalia - Berlusconi erwartet neue Offerten
Der künftige italienische Regierungschef Silvio Berlusconi setzt auf rasche neue Übernahmeangebote für die mit einem Millionen-Kredit gestützte Fluggesellschaft Alitalia.