Neuer Besitzer stellt Pläne für Nordseewerke vor

06.10.2009 13:22 Uhr
ddp
Der neue Besitzer der Emder Nordseewerke, Rüdiger Schaaf, hat der Belegschaft am Dienstag eine Lohngarantie gegeben.
© Foto: ddp

Rüdiger Schaaf gibt Belegschaft Lohngarantie für zwei Jahre / Produktion von Offshore-Windrädern soll langsam hochgefahren werden

Emden. Der neue Besitzer der Emder Nordseewerke, Rüdiger Schaaf, hat der Belegschaft am Dienstag eine Lohngarantie gegeben. Nach dem am Freitag in Hannover vereinbarten Zukunftsvertrag soll das Einkommen der Werft-Mitarbeiter zwei Jahre lang stabil bleiben. „Herr Schaaf hat uns zugesichert, dass die Löhne auch danach auf dem Niveau bleiben sollen“, sagte der Betriebsratsvorsitzende Erwin Heinks. Am Vormittag hatte der Chef des Windanlagenherstellers Siag Schaaf Industrie AG die Mitarbeiter über seine Pläne informiert. Wann die Fertigung von Offshore-Windrädern beginnen könne, sei jedoch noch unklar, sagte Heinks. Die Produktion solle langsam hochgefahren werden. “Es gibt noch viele offene Fragen, wo man sich an einen Tisch setzen muss“, betonte Heinks. Dennoch hätten sich die Beschäftigten erleichtert gezeigt. „Es ist erstmal ein Lichtblick. Die Tür ist nicht ganz zugeknallt.“ Der Werftenverbund ThyssenKrupp Marine Systems, der die Nordseewerke an Siag verkaufen will, hatte sich am Freitag mit Landesregierung, Gewerkschaft und Betriebsrat darauf geeinigt, in einem Jahr noch einmal über die Verteilung seiner Schiffbau-Aufträge zu beraten. Nach Plänen von TKMS soll die Fertigung von Schiffen in Emden nach und nach auslaufen. Stattdessen sollen 721 der 1196 Mitarbeiter Offshore-Windräder für Siag bauen. Trotz der Lohngarantie fordert der Emder Betriebsrat, dass Schaaf in den Arbeitgeberverband eintritt und Tariflöhne zahlt. „Er hat zugesichert, das zu prüfen“, sagte Heinks. Unzufrieden seien die Mitarbeiter jedoch mit der Reaktion von Schaaf auf ihre Fragen gewesen, die er einfach abgewürgt habe. „Darüber war die Belegschaft sehr erbost“. Am Ende der Betriebsversammlung seien deshalb mehrere hundert Beschäftigte zum Werkstor gezogen, um ihren Unmut kundzutun. (dpa)

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