31.03.2009 | Transport + Logistik

Nach Mehdorns Rücktritt: Nachfolgedebatte beginnt

Berlin. Nach dem Rückzug von Bahnchef Hartmut Mehdorn sucht die Bundesregierung fieberhaft nach einem Nachfolger. In einer kleinen Kabinettsrunde unter Leitung von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sollte am späten Dienstagabend auch die Konstruktion einer Doppelspitze mit geteilten Zuständigkeiten bei der Bahn geprüft werden. Öffentlich „gehandelt“ wurden mehrere Kandidaten, von denen der Schweizer Bahnchef Andreas Meyer bereits abgewunken hat. Als aussichtsreich gilt in Fachkreisen der Großen Koalition der 64- jährige Wilhelm Bender, der als Chef des Frankfurter Flughafens Fraport Ende August aus Altersgründen sein Amt aufgibt.

Nach einem Bericht des „Handelsblatts“ will angeblich auch Finanzvorstand Diethelm Sack die DB AG verlassen. Er hatte schon früher sein Schicksal mit dem von Mehdorn verbunden. Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) sicherte den Gewerkschaften die von ihnen verlangte Mitentscheidung bei der Auswahl der neuen Bahn-Führung zu. Regierungskreise gingen davon aus, dass im „kleinen Kabinett“ vor allem die künftige Ausrichtung der Bahn als Basis für eine spätere Personalentscheidung zur Diskussion gestellt werden sollte. Dies ist auch deshalb nötig, weil die SPD für die gesamte nächste Wahlperiode gemäß ihrem Wahlprogramm auf einen Börsengang des Unternehmens verzichten will, was auch Tiefensee erneut bekräftigte. Die Union hat sich noch nicht positioniert.

Verlangt werden solche Strukturüberlegungen besonders dann, wenn die Bahn von einer Doppelspitze geführt werden soll. So soll nach einem Bericht der „Welt“ (Dienstag) ein Vorstandschef von außerhalb des Unternehmens an die Konzernspitze gestellt werden. Daneben solle ein von innen aufrückender Spitzenmanager für das operative Geschäft – Fahrbetrieb und Logistik sowie Netzbetrieb – zuständig sein.

Die Gewerkschaften Transnet und GDBA forderten in einem dpa vorliegenden Brief an die Kanzlerin, „die Fortschreibung des integrierten Konzerns“ mit der Möglichkeit für Personalwechsel innerhalb des gesamten Unternehmensverbunds habe für sie einen „besonders hohen Stellenwert“. Vor der Personalentscheidung müsse die Ausrichtung des Staatskonzerns erfolgen, schrieben die Vorsitzenden Alexander Kirchner (Transnet) und Klaus-Dieter Hommel (GDBA). Sie wollten bei der Entscheidung über die neue Führung mitwirken.

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Chronologie: Der Datenskandal bei der Deutschen Bahn

 
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