Kopenhagen/Hamburg. Der dänische Multikonzern A.P.Møller-Maersk warnt vor einer anhaltenden Krise im Containergeschäft und will sich auf andere Geschäftsfelder umstellen. Kurz nach dem Verkauf der bisherigen Tochter Blue Star mit 34 Schiffen an die Hamburger Reederei Komrowski sagte der Chef von Maersk Line, Eivind Kolding, in einem Interview mit dem Wirtschaftsdienst Bloomberg, man rechne im laufenden Jahr mit „erheblichen Verlusten“. Er verwies auf einen Sturz der Frachtraten seit Jahresbeginn um 15 Prozent und kündigte den weiteren Abbau von Stellen an. Maersk betreibt mit mehr als 300 Schiffen die größte Container-Flotte der Welt. Wegen der schweren Flaute bei Schiffsfrachten kündigte Dänemarks mit Abstand größter Industriekonzern Anfang der Woche an, dass man sich künftig stärker auf andere Geschäftssparten konzentrieren wolle. Konzernchef Nils Smedegaard sagte in der Zeitung „Berlingske Tidende“, das Reedereigeschäft habe in den letzten Jahren „schlechte Resultate“ eingefahren. Er meinte zudem: „Bei Investitionen werden wir deshalb unser Hauptaugenmerk in Zukunft auf das Ölgeschäft und Hafenterminals legen.“ Nach Angaben des Kopenhagener Wirtschaftsblatts „Børsen“ will A.P.Møller-Maersk seine Logistik- und Speditionssparte an das schweizerische Unternehmen Kuehne+Nagel veräußern. Ein dänischer Unternehmenssprecher bestritt die Angaben als „reine Spekulation“. Das Unternehmen beschäftigt weltweit mehr als 120.000 Menschen. (dpa)
Maersk sieht schwere Krise im Containergeschäft
Erhebliche Verluste erwartet / Umstellung auf andere Geschäftsfelder, abseits vom Containergeschäft, geplant