06.05.2009 |

Maersk fordert Sicherheitskorridor vor Somalia

Kopenhagen. Die weltgrößte Reederei A.P. Moeller-Maersk setzt sich für einen Sicherheitsstreifen im Golf von Aden ein, um das Kapern von Handelsschiffen in den Gewässern rund um Somalia durch Piraten zu unterbinden. „Wir rufen die internationale Gemeinschaft auf, einen militärisch überwachten Transitkorridor zu schaffen, der auch das risikolose Anlaufen von Häfen in Kenia und Tansania ermöglicht“, sagte der Chef von Maersk Tankers, Sören Skou. Für die Überwachung des von Maersk vorgeschlagenen Kontrollstreifens müssten vor allem Militärhubschrauber sorgen, da sie schnell an potenziellen Tatorten sein können und sehr flexibel einsetzbar sind. Diese sollten rund um den Golf von Aden auf den drei Basen Djibuti, Mombasa und dem US-Stützpunkt Diego Garcia im Indischen Ozean stationiert werden. Von dort könnten sie innerhalb einer Flugzeit von maximal 30 Minuten jeden potenziellen Tatort in den Risikogewässern erreichen. Auch sollten sie permanente Kontrollflüge entlang des Korridors durchführen.

Für den Vorstoß von Maersk spricht, dass für die umfassende Kontrolle des ausgedehnten Seegebiets zwischen Arabischer Halbinsel und der Nordostküste Afrikas eine enorme Anzahl von Marineschiffen notwendig wäre, die dort ständig patrouillieren müssten. Dazu scheinen die einzelnen Staaten, die bisher schon Kriegsschiffe in die Krisenregion entsandt haben, teils aus Kostengründen, teils aus Mangel an geeignetem Gerät jedoch nicht bereit zu sein. Zudem können Schiffe einen Einsatzort deutlich langsamer erreichen als Helikopter, sind also weniger in der Lage, einen Überfall rechtzeitig zu unterbinden.

Seit Anfang diesen Jahres haben Piraten laut Londoner International Maritime Bureau 65 Überfälle auf Handelsschiffe in den Gewässern vor Somalia verübt. Dabei wurden 15 Schiffe gekapert, wie erst kürzlich die unter US-Flagge laufende Maersk Alabama, deren Kapitän Richard Phillips in einer spektakulären Befreiungsaktion von US-Einsatzkräften aus der Gewalt seiner Entführer gerettet werden konnte. Wegen „zu hoher Risiken“ hatte die Bundesregierung dagegen vor wenigen Tagen den Einsatz der Sondereinheit GSG 9 zur Befreiung der von Piraten gekaperten Hansa Stavanger abgeblasen. Das Schiff und die 24-köpfige Besatzung, darunter fünf Deutsche, sind weiterhin in der Gewalt ihrer Entführer. (hs)

 
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