07.07.2010 |

Lufthansa und Verdi einigen sich auf eine Nullrunde

Frankfurt/Main. Der aktuell geltende Vergütungstarifvertrag der rund 50.000 tariflich beschäftigten Mitarbeiter des Lufthansa Konzerns in Deutschland verlängert sich bis zum 31. Dezember 2011 - das entspricht einer Nullrunde von 22 Monaten. Das ist das Ergebnis der Tarifverhandlungen zwischen dem Arbeitgeberverband Luftverkehr (AGVL) und der Gewerkschaft Verdi.

Vereinbart wurde außerdem, dass in Abhängigkeit des Konzernergebnisses für das Geschäftsjahr 2011, die Mitarbeiter eine Einmalzahlung von bis zu zwei Prozent einer Jahresgrundvergütung erhalten. Mit einem Ergebnisbeteiligungsmodell, das sich zukünftig an der operativen Marge des Konzerns und der operativen Marge des jeweiligen Geschäftsfelds orientiern soll, können die Mitarbeiter bei entsprechender Geschäftslage künftig eine höhere Ergebnisbeteiligung erzielen als bisher.

Eine Krisenregelung soll Flexibilität bei kurz- und langfristigen Störungen ermöglichen

Außerdem soll es eine Neufassung der ausgelaufenen Krisenklausel geben, die dem Unternehmen in Krisenfällen zusätzliche Flexibilität sichert. Mit einer Vereinbarung zur Leiharbeit soll künftig der Einsatz, Umfang und die Dauer der Beschäftigung von Leiharbeitern im Konzern geregelt werden. Dies würde den einzelnen Geschäftsfeldern zusätzliche Planungssicherheit und Flexibilität ermöglichen.

Für die Lufthansa Sky Chefs haben sich die Tarifpartner darauf verständigt, bis Ende November 2010 Lösungsansätze zur Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit zu erarbeiten und damit zur Sicherung von Perspektiven und Beschäftigung der Mitarbeiter in diesem Unternehmen beizutragen.

"In dieser Tarifrunde stand für beide Tarifparteien die Stärkung der Wettbewerbssituation im Vordergrund. Hierzu leistet vor allem die Nullrunde von fast zwei Jahren einen wichtigen Beitrag", sagte Stefan Lauer, AGVL-Präsident und Mitglied des Lufthansa Konzernvorstands.

Verdi: Es besteht weiterhin Abstimmungsbedarf bei einzelnen Details

"Allerdings gibt es angesichts der komplexen Details noch Beratungs- und Abstimmungsbedarf. Es ist uns gelungen, angekündigte Eingriffe in bestehende Tarifverträge abzuwehren", sagte Erhard Ott, Verhandlungsführer und Verdi-Bundesvorstandsmitglied, am frühen Mittwochmorgen im hessischen Mörfelden-Walldorf. 

Gleichzeitig sei bei der Ergebnisbeteiligung und der Altersteilzeit ein Durchbruch erzielt worden. "Wir haben sichergestellt, dass die Mitarbeiter aller Geschäftsfelder bei einer zunehmend besseren Ertragssituation des Konzerns einen angemessenen Anteil erhalten", betonte Ott. Anspruchsberechtigt sind laut Einigung stärker belastete Mitarbeitergruppen im Schichtdienst. Details hierzu sollen bis September festgelegt werden. (ab)

 
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