Brüssel/Frankfurt/Main. Die Deutsche Lufthansa kommt bei der geplanten Übernahme der angeschlagenen Austrian Airlines (AUA) voran. So zeigte sich EU-Verkehrskommissar Antonio Tajani am Donnerstag optimistisch, dass die Kommission die österreichische Staatshilfe von 500 Millionen Euro akzeptieren könne. Die Lufthansa soll nun der EU darlegen, wie sie nach der AUA-Übernahme den Wettbewerb in Zentraleuropa aufrechterhalten will. In Frage kommt zum Beispiel der Verzicht auf bestimmte Strecken, die dann von der Konkurrenz geflogen werden könnten. Lufthansa hatte die hochdefizitäre österreichische Fluglinie im Dezember 2008 zu einem symbolischen Preis von 366.000 Euro gekauft. Zur Bedingung machte Lufthansa, dass die EU-Kommission spätestens bis zum 31. Juli grünes Licht für die Übernahme gibt und die Staatshilfe genehmigt. Für beide Entscheidungen hat die Kommission bisher keinen konkreten Termin genannt. Am 1. Juli hatte sie ein vertieftes Prüfungsverfahren der Übernahme angeordnet. Die Behörde begründete dies damit, dass das Vorhaben unter anderem auf einigen Strecken zu höheren Preisen führen könnte. Der Sprecher von EU-Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes, die für die Übernahme grünes Licht geben muss, betonte am Donnerstag jedoch, die Lufthansa müsse nun ausreichend Zugeständnisse zum Schutz des Wettbewerbs auf den Tisch legen. Ansonsten könnten die EU-Wettbewerbshüter kein grünes Licht für die Übernahme geben. „Es hängt alles davon ab, was Lufthansa jetzt vorschlägt.“ Für die krisengeschüttelte AUA könnte unter Umständen die Zeit knapp werden. Denn mit dem Prüfungsverfahren können sich die Wettbewerbshüter vom 1. Juli an 90 Tage – also bis Anfang November – Zeit lassen. Österreichs Finanzminister Josef Pröll sagte am vergangenen Montag, er rechne mit einer schnellen Lösung. Erst vor kurzem hatten die EU-Wettbewerbshüter Deutschlands größter Airline grünes Licht für die Übernahme der Brussels Airlines und der britischen BMI gegeben. (dpa)
Lufthansa kommt bei AUA-Deal voran
EU-Verkehrskommissar Antonio Tajani zeigt sich hinsichtlich der Übernahme optimistisch