28.06.2010 |
Luftfracht: Mega-Flughafen in Dubai startet bescheiden
Dubai. Dubai bleibt auch in Zeiten der Krise bei seiner Höher-Schneller-Weiter-Strategie: In dem hoch verschuldeten Golfemirat nahm am Montag der neue Al-Maktum-Flughafen seinen regulären Betrieb auf. Er soll - wenn alle geplanten Terminals und die fünf Startbahnen fertiggestellt sind - der größte Flughafen der Welt sein.
Der Start fiel jedoch deutlich bescheidener aus. "Bisher haben 15 Luftfrachtunternehmen Flüge zum Al-Maktum-Flughafen in ihren Flugplan aufgenommen", sagte Dschamal al-Haj, der Vize-Direktor der Betreibergesellschaft, am Montag auf Anfrage. Seinen Angaben zufolge ist es nun möglich, Fracht, die per Schiff in Dubais Hafen Jebel Ali ankommt, innerhalb von vier Stunden zum Flughafen zu bringen, um sie von dort per Luftfracht weiterzutransportieren.
Wenn die Baupläne trotz der hohen Schulden der Staatsfirmen des arabischen Emirats verwirklicht werden sollten, hat der neue Flughafen künftig eine Kapazität von 160 Millionen Passagieren und mehr als 12 Millionen Tonnen Fracht pro Jahr. Zum Vergleich: Das Frachtaufkommen am größten deutschen Flughafen in Frankfurt lag im vergangenen Jahr bei 1,8 Millionen Tonnen. In Dubai waren es auf dem alten Flughafen im vergangenen Jahr 1,9 Millionen Tonnen.
Luftfrachtvolumen von 2,2 Millionen Tonnen geplant
In diesem Jahr soll das Luftfrachtvolumen in Dubai dank des neuen Flughafens auf insgesamt 2,2 Millionen Tonnen steigen. Der Al-Maktum- Flughafen liegt 40 Kilometer von Dubais altem Flughafen entfernt.
Investoren beobachten den Immobilienmarkt in Dubai nach wie vor mit großer Skepsis. Die Zukunft des Emirats als Logistikzentrum wird von den Experten jedoch deutlich positiver beurteilt.
Die erste Passagierabfertigungshalle des neuen Flughafens, an deren Bau über ein Gemeinschaftsunternehmen auch die deutsche Firma Max Bögl beteiligt ist, soll im kommenden März eröffnet werden.
Wie es dann weitergeht, ist aber noch nicht klar. Ursprünglich war die Fertigstellung des gesamten Projektes für 2017 angekündigt. Doch die globale Finanzkrise und ihre Folgen für die stark auf Kredite angewiesene Wirtschaft des Emirates haben den Zeitplan in Unordnung gebracht. Inzwischen spricht man in Dubai nur noch vage von einer Fertigstellung "in den nächsten Jahren". (dpa)
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