LKW-Maut: Spediteure beklagen Verhalten von Ford und Volkswagen

20.02.2009 15:58 Uhr
Mosolf 290
Fahrzeugtransporter der Spedition Mosolf
© Foto: gg

Deutschlands Fahrzeugspediteure beklagen scharf die mangelnde Bereitschaft einiger Autohersteller, die erhöhten LKW-Mautkosten tragen zu wollen

Bonn. Fast zwei Monate nach der Erhöhung der LKW-Maut durch die Bundesregierung um durchschnittlich 50 Prozent ist es den Fahrzeugspediteuren in Deutschland nach eigenen Angaben immer noch nicht gelungen, mit allen ihren Kunden eine Vereinbarung zu treffen, die die Übernahme der Mautkosten regelt. Nach Ansicht des Vorstands des Vereins Automobillogistik im BSL e.V. (AML), der zwölf marktführende deutsche Fertigfahrzeuglogistiker vertritt, „ist dieses Verhalten nicht länger akzeptabel“. Zumal es sich dabei nur um eine Minderheit der Produzenten handele, und ein wichtiger Hersteller wie Daimler in dieser Woche einer Zahlung der Maut schon zugestimmt habe. „Mit den meisten unserer Kunden gibt es bezüglich der Weiterberechnung der erhöhten Mautkosten bereits konkrete Vereinbarungen. Ich sehe hier auch keinen Diskussionsbedarf, denn schließlich handelt es sich um eine staatliche Abgabe, die unsere Mitglieder vorzufinanzieren haben und die ebenso weiterzureichen ist, wie die Mehrwertsteuer“, sagt Konrad Lehner, Vorsitzender des AML. „Umso ärgerlicher ist es da, wenn nun bedeutende Hersteller wie Ford und der Volkswagen-Konzern auf Zeit spielen und sich gegen einen Abschluss der Mautverhandlungen sperren.“ Dieses Verhalten bezeichnet der Vereinsvorsitzende als „unsolidarisch“. „Eine Verweigerung der Maut gegenüber den Logistikdienstleistern ist nichts anderes als Trittbrettfahrertum auf Kosten anderer. Dass an einem Ausgleich der Maut kein Weg vorbeiführt, wissen die Hersteller selbst am besten, denn sonst sterben ihnen früher oder später die Dienstleister weg. Hier wäre in den konkreten Fällen etwas mehr ökonomische Voraussicht wünschenswert“, sagt Lehner. Die Zusatzkosten je Fahrzeug sind nach Meinung des AML sehr gering. Beim Transport auf der maximalen innerdeutschen Mautstrecke von Flensburg nach Garmisch-Patenkirchen und einem angenommenen Verkaufswert eines Neuwagens von 25.000 Euro würde sich dieser PKW bei kompletter Weiterberechnung der erhöhten Lkw-Maut lediglich um 0,03 Prozent (7,80 Euro) verteuern, rechnet der AML vor. (ak)

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