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25.02.2016Transport + Logistik │ Ausland

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premiumLe Havre: Transporteure drohen mit Blockaden

Französische Transportverbände monieren extrem lange Wartezeiten für Lkw an dem Seehafen. Sollte sich die Lage nicht bessern, wollen die Transporteure die Container-Terminals blockieren.

Grund für die langen Wartezeiten ist laut den Verbänden das EDV-System

Foto: VR/Arndt

Paris. Am nordfranzösischen Seehafen Le Havre (Normandie) haben die regionalen Gütertransporteure mit Blockaden der Container-Terminals gedroht, falls die Abfertigungspraxis nicht rasch geändert werde. Das vor anderthalb Jahren eingeführte EDV-System „Rendez-vous transporteur“ mit genauen Zeitzuteilungen funktioniere nicht, erklärten die Verbände FNTR und OTRE in einem gemeinsamen Schreiben an die Hafengesellschaft GPMH.

Das System war vor eineinhalb Jahren eingerichtet worden, um die Lkw-Abfertigung zu beschleunigen. Der Hafen hat auf die Drohungen seinerseits mit solchen reagiert und erklärt, man lasse sich nicht unter Druck setzen, und immerhin sei das fragliche Informatiksystem auf Wunsch der Transporteure installiert worden und zudem bis jetzt noch kostenlos.

Lkw warten acht Stunden auf Abfertigung

Die angekündigten Blockaden sollen „ohne Vorankündigung“ umgesetzt werden, wenn „der Staat und die Hafengesellschaft nicht in einer akzeptablen, aber kurzen Frist“ für Abhilfe und Verbesserung sorge, heißt es in dem Verbändeschreiben. Die Wartezeiten an den Terminals zum Be- oder Entladen seien immer noch genauso lang und dauerten bis zu acht Stunden mit unannehmbaren sanitären Bedingungen für das Fahrpersonal, und vor allem gebe es nicht genug Abfertigungskapazität, das System sei überlastet. Wie könne man angesichts dessen eine ehrgeizige Ausweitung des Hafenbetriebs ins Auge fassen und mit der Attraktivität des Hafens werben, wenn es derartige Probleme weder in Antwerpen noch in Rotterdam gebe, fragen die Unterzeichner des Protestschreibens.

Die offiziell angestrebten 4 Millionen Container pro Jahr statt der aktuellen 2,5 Millionen halten die Verbände für nicht realisierbar, wenn sie nicht effizient umgeschlagen werden könnten. Die Transporteure seien nicht mehr bereit, als beliebige Variable im Hafengeschäft zu fungieren und die Kosten für die ungenügenden Abfertigungsmittel zu tragen.

Verbände fordern Anpassung der Kapazitäten

Die Verbändevertreter fordern deshalb, die Kapazitäten an den Terminals den realen Gütermengen anzupassen und die Umschlagsdauer auf eine Stunde zwischen Lkw-Ankunft und –Abfahrt zu reduzieren. Ferner sollten die Behälter sämtlicher Kompanien ohne restriktive Bedingungen oder Fakturierung wiederverwendet werden können. (jb)

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