Krise zwingt auch CMA CGM in die Knie

08.10.2009 07:26 Uhr

Die in Marseille ansässige Reederei bemüht sich darum, die Verschuldung neu zu strukturieren

Paris. CMA CGM, die weltweit drittgrößte Containerschiff-Reederei mit Sitz in Marseille, hat ein Konsortium heimischer und internationaler Banken und Finanzinstitute damit beauftragt, nach Wegen zur Umstrukturierung ihrer nach Insidereinschätzung auf 5 Milliarden US-Dollar aufgelaufenen Nettoverschuldung zu suchen. Es gehe darum, die kurz- und mittelfristige Finanzierung der Reederei zu sichern, ihre Finanzstruktur zu festigen und ihre weitere Entwicklung zu gewährleisten, teilt CMA CGM mit. Man hoffe, bis Mitte November eine „globale Übereinkunft" erzielt zu haben. Offenbar ist das bisher zur Krisenbewältigung eingeleitete Sparprogramm über 600 Millionen Dollar mit Verringerung der im Einsatz befindlichen Flotte von 393 auf 361 Schiffe nicht hinreichend genug. Wie bei den Hauptkonkurrenten der Reederei geht es nun auch bei CMA CGM ans finanzielle Eingemachte. Über die seit Januar erlittenen Verluste gibt das nicht börsennotierte Unternehmen keine Auskunft, sie werden von Analysten auf mehrere hundert Millionen Euro geschätzt. Die vermutete Milliardenverschuldung geht in erster Linie auf die 51 Aufträge für Schiffsneubauten zurück, die bis 2012 geliefert werden sollen. Erstmals hat CMA CGM jetzt zu verstehen gegeben, man denke nunmehr daran, einige dieser Bestellungen zu annulieren und damit über das klassische Instrumentarium von Verhandlungen über verlängerte Lieferfristen hinauszugehen. Dies beträfe an die 50 bis 70 diverse internationale Finanzinstitute, darunter auch eines auf Exportkredite spezialisiertes in Korea, das nach einem Bericht der Zeitung Les Echos als besonders harter Verhandler gilt. Auf längere Sicht, meinen Beobachter, werde CMA CGM-Chef Jaques Saadé letzten Endes nicht um eine Kapitalerhöhung und damit Öffnung seines Kapitals herumkommen. (jb)

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