19.02.2009 |
Krise trifft Finnlines
Helsinki. Die Fährreederei Finnlines verzeichnet angesichts der globalen Wirtschaftskrise dramatische Rückgänge im Frachtbereich. Dies gab das Unternehmen anlässlich der Vorstellung seiner Jahresbilanz bekannt. Trotz der Rückgänge zum Jahresende konnte Finnlines im Gesamtjahr das Frachtaufkommen im Vergleich zu 2007 steigern: Im abgelaufenen Geschäftsjahr transportierten die Finnen 814.000 LKW und Trailer (2007: 791.000), 117.000 Neuwagen (99.000), sowie 2,9 Millionen Tonnen Fracht (2,58 Millionen Tonnen). Der Umsatz im Geschäftsjahr 2008 belief sich auf 735,7 Millionen Euro, eine Steigerung von 7,3 Prozent. Der operativer Gewinn (Ebit) halbierte sich nahezu von 68,8 Millionen Euro im Vorjahr auf nunmehr 35,4 Millionen Euro. Vor Steuern fiel sogar ein Verlust in Höhe von 3,2 Millionen Euro an.
Vor dem Hintergrund der wirtschaftlichen Entwicklung wollen die Finnen keine weitreichenden geschäftliche Voraussagen für das Jahr 2009 treffen. Die Unternehmensführung erwartet jedoch zumindest für das erste Halbjahr weitere Belastungen. Finnlines werde sich mit durch die Anpassung der Kapazität an die Nachfrage, Kosteneinsparung zum Beispiel im Personalbereich oder sogar die Veräußerung von nicht zum Kern-Geschäft gehörenden Unternehmensteilen auf das schwierige Marktumfeld einstellen.
Das Geschäftsjahr 2008 war für die Finnen zweigeteilt. Bis zum Sommer stieg das Frachtaufkommen stark an, wohingegen es in der zweiten Jahreshälfte drastisch fiel. Auf das ganze Jahr gerechnet, ergab sich dennoch eine Steigerung im Frachtbereich von insgesamt 2,9 Prozent. Der Personentransport stieg um 21 Prozent. Die dramatischen Einbrüche im Frachtbereich zum Jahresende sowie Restrukturierungskosten im Zuge des neuen Hafens Vuosaari führten zu dem negativen Jahresergebnis. Mit einer Investition von knapp 100 Millionen Euro finanzierte Finnlines die Verlagerung des West- und Nord-Hafens Helsinkis in den neuen 15 Kilometer entfernten Hafen Vuosaari.
Finnlines ist eines der größten europäischen Reederei mit der Spezialisierung auf Gütertransport. Durch Tochtergesellschaften und Verkaufsbüros ist die Unternehmensgruppe in acht nordeuropäischen Staaten und Russland geschäftlich aktiv. Die Sparte der Hafendienstleistung bezieht sich vorrangig auf Finnland, wohingegen die Sparte des Schiffsverkehrs die Nord- und Ostsee umfasst. Das Unternehmen beschäftigt derzeit insgesamt 2436 Angestellte. (ck/sb)
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