Hamburg. Die Hamburger Sietas-Werft vollzieht angesichts der sich langsam anbahnenden Krise auf den Weltschifffahrtsmärkten eine Kurskorrektur. Das inhabergeführte Unternehmen, dessen Anfänge bis ins Jahr 1635 zurückreichen, will einem Bericht des Regionalsenders „NDR 90,3“ zufolge in Zukunft verstärkt Massengut- und Schwergutfrachter, Offshore-Versorger und Schwimmbagger bauen. Ein Sietas-Sprecher bestätigte auf VerkehrsRundschau-Anfrage die Richtigkeit des Rundfunkberichtes. Das Unternehmen, das bereits 1966 das erste, auf den ISO-Normen basierende Containerschiff baute - mit 77 Standardcontainer Fassungsvermögen -, und das in den Folgejahren eine Reihe von bahnbrechenden Containerschiffstypen entwickelte und baute, hat nach eigenen Angaben in den letzten 18 Monaten „kein einziges Containerschiff mehr verkauft“. In den zurückliegenden Jahren lieferte die Werft große Mengen von Containerschiffen ab, die bis jetzt im europäischen Kurzstreckenseeverkehr zum Einsatz kommen. Zu den Ursachen für die aktuelle Verschlechterung der Rahmenbedingungen in der Weltschifffahrt gehört zum Beispiel das Hineindrängen von immer größeren Containerschiffen, die damit kleinere Tonnage überflüssig machen. Zudem verknappt sich seit mehreren Monaten schrittweise das Ladungsangebot konjunkturbedingt. Gerade für kleinere Containerfrachter sei der Markt inzwischen erheblich unter Druck geraten. Für die Werft kommt die Entwicklung nicht überraschend, so der Sprecher. Vielmehr sei das ein erneuter Beleg dafür, „dass Schifffahrtsmärkte immer wieder Zyklen ausgesetzt sind“. (eha)
Krise in der Weltschifffahrt: Hamburger Sietas-Werft vollzieht Kurskorrektur
Künftig liegt der Schwerpunkt bei Bulker und Offshore-Versorgern / Markt für kleinere Containerschiffe steht erheblich unter Druck