Antwerpen/Zeebrügge. Auch in den beiden großen belgischen Seehäfen Antwerpen und Zeebrügge hat die Weltwirtschaftskrise beim Güterumschlag tiefe Spuren hinterlassen. Dabei traf es Antwerpen mit besonderer Härte: Der Güterumschlag im ersten Halbjahr lag mit 77 Millionen Tonnen um fast 20 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Der Küstenhafen Zeebrügge büßte im selben Zeitraum 3,8 Prozent beim Gesamtumschlag ein und wies bis Ende Juni rund 20,5 Millionen Tonnen aus. Im Scheldehafen in Antwerpen erfasste die Krise alle Bereiche. Was Eddy Bruyninckx, Chef des Städtischen Hafenbetrieb Antwerpen (GHA), besonders überrascht, ist der Einbruch im konventionellen Umschlag, einer der Domänen des zweitgrößten europäischen Seehafens. „Wir hatten mit weniger Verlusten gerechnet“, räumte Bruyninckx am Mittwoch in Antwerpen bei der Vorlage der Halbjahreszahlen ein. Tatsächlich war es ein Minus von 35,5 Prozent auf 5,4 Millionen Tonnen. Auch beim Containerverkehr wurde Antwerpen erheblich zur Ader gelassen. Auf Ladungsgewichtsbasis schrumpfte der Umschlag um 17,7 Prozent auf rund 43 Millionen Tonnen. An Containereinheiten gingen im Berichtszeitraum 3,6 Millionen Standardcontainer (TEU) über die Kaikanten – ein Rückgang von 18,5 Prozent. Beim Massengut betrug das Umschlagminus 18,5 Prozent auf 27,1 Millionen Tonnen. Vor allem das Wegbrechen von Kohle- und Erzimporten hinterließ tiefe Spuren. Der Ro/Ro-Verkehr büßte gut 33 Prozent ein und pendelte sich bei 1,6 Millionen Tonnen ein. Mit einer Einschätzung für das zweite Halbjahr hielt sich Bruynickxs zurück. „Aus meiner Sicht gibt es derzeit noch zu wenig Anzeichen für eine nachhaltige wirtschaftliche Erholung in der zweiten Jahreshälfte. In Zeebrügge hinterließ die Automobilkrise tiefe Bremsspuren beim Umschlag. Der größte Auto-Hafen der Welt verlor im aktuellen Berichtszeitraum mehr als 47 Prozent seines Fahrzeugumschlags. Exakt 601.280 Fahrzeuge wurden dort umgeschlagen. Hingegen behauptete sich der Containerverkehr mit einem leichten Plus, ebenso wie beim LNG-Umschlag. (eha)
Krise erfasst belgische Seehäfen
Häfen von Antwerpen und Zeebrügge vermelden für das erste Halbjahr deutliche Rückgänge beim Güterumschlag