Archiv des Tags ‘Klimaschutz’

Ecotransit verbessern und unterstützen

Donnerstag, den 22. Juli 2010

Es ist richtig zu betonen, dass der LKW nicht in jedem Transportfall klimaschädlicher ist als die Bahn. Auch ist der Abstand zwischen Bahn und LKW in Sachen CO2-Emissionen manchmal nicht so groß wie weitläufig angenommen. Hier hat der Verband der Automobilindustrie (VDA) mit der Veröffentlichung seiner Studie der Branche einen wichtigen Dienst erwiesen. Jedoch mit veralteten Zahlen den Ecotransit-Rechner öffentlich zu diskreditieren, ist nicht zielführend. Der vom IFEU und Öko-Institut entwickelte und von der Deutschen Bahn maßgeblich unterstützte CO2-Rechner ist weltweit ein einmaliges Werkzeug zur Berechnung der Treibhausgasemissionen in der Logistik, auf das die gesamte deutsche Wirtschaft stolz sein kann. Sicherlich sind Verbesserungen notwendig.

Dringend ermöglicht werden muss die wahlweise Eingabe von Dieselverbrauch und Transportentfernung. Diese Werte kann jeder Fuhrparkbetreiber genau ermitteln, was zu deutlich realistischeren Vergleichswerten zwischen Bahn und LKW führt. Damit erübrigt sich auch die Diskussion, wie gut die HBEFA-Werte sind. Auch das von PE und VDA kritisierte Thema der Zuglängen und Leerfahrtenanteile ist unbedingt zu überarbeiten. Hier müssen dem Nutzer mehr Informationen zur Verfügung gestellt werden, welche Dateneingaben bei welchen Transportfällen zu tätigen sind und woher er genauere Informationen für die von ihm genutzten Bahnverkehre erhalten kann. Aber Nutzfahrzeugindustrie und Logistikdienstleister sind auch aufgerufen, den Ecotransit zu unterstützen und mit weiterzuentwickeln. Denn dadurch könnte sich ein brauchbarer, in Deutschland entwickelter Standard für die CO2-Berechnung in Europa und der Welt etablieren. Ein Vorteil für jedes global agierende deutsche Logistikunternehmen und eine gute Orientierung für jeden deutschen Mittelständler.

Andre Kranke, stellvertretender Chefredakteur

Klimaschutz macht Sieger

Freitag, den 12. Juni 2009

Umweltzonen nützen der Umwelt wenig. Zu diesem Fazit kommt der ADAC und brandmarkt die Fahrverbote für alte Autos als wirkungslos. Wahrscheinlich haben die Experten des größten Lobbyverbandes der Republik teilweise Recht, dennoch sind Umweltzonen sinnvoll. Nur traut sich niemand in politischer Verantwortung, die Wahrheit zu sagen. Es geht nur sekundär um Feinstaub. Wer alte Autos aus den Innenstädten aussperrt, beschleunigt den Umstieg auf umweltfreundlichere Fahrzeuge – und kurbelt nebenbei den Autoabsatz an. Klimaschutz heißt die Vorgabe der europäischen Verkehrspolitik. Diese führt in letzter Konsequenz zu einem Wandel der Mobilität.

Wer in der Großstadt lebt, kennt die mangelnde Lebensqualität der Menschen, die morgens neben Einfallstraßen aufwachen und tagtäglich die Abgaswolke über den breiten Asphaltschneisen inhalieren müssen. Keine Technologie hat das Wesen des Zusammenlebens so sehr verändert wie das Auto. Im Zuge unseres Wunsches nach grenzenloser individueller Mobilität zerstören wir Lebensraum, nicht nur für den Menschen, sondern auch für Tiere und Pflanzen.

Im Jahr 2008 schien es so, als hätte die politische Führung dieses Problem erkannt. Kanzlerin Angela Merkel und mit ihr die halbe Nation entdeckte den Klimaschutz als zentrale Aufgabe der kommenden Jahre. Doch nach nur wenigen Monaten ist damit Schluss. Anstatt das Klima rettet Merkel Opel und die Banken. Eine fragwürdige Wende.

Interessant ist hier ein Blick auf die Wahlen am vergangenen Sonntag. Die Grünen haben mit einem klaren Umweltkurs nicht nur ihren dritten Platz bei den Europawahlen klar behauptet, sondern konnten auch bei Kommunalwahlen Stimmen gewinnen. Gerade in Großstädten mit umstrittenen Verkehrsprojekten legte die Partei zu. Auch der CSU hat der Ruf nach einer PKW-Maut nicht geschadet. Ein Anzeichen dafür, dass zumindest viele Bürger trotz Wirtschaftskrise am Umweltschutz festhalten wollen.

Sebastian Bollig, Redakteur

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